Sport und Entwicklungszusammenarbeit

Als bedeutsamer globaler Faktor werden Förderung und Entwicklung des Sports heute von verschiedenen Akteuren vorangetrieben. Auf der einen Seite steht der Sport selbst mit seinen nationalen und internationalen Sportorganisationen wie z.B. dem IOC oder der FIFA. Auch die Wirtschaft in Gestalt von Sportartikelherstellern, Veranstaltern, Medienunternehmen und Sponsoren ist hier zu nennen. Ihr Anliegen ist die möglichst globale Entwicklung des Sports, die Förderung spezieller Sportarten und die Erschließung neuer Märkte.

Auf der anderen Seite steht die Entwicklungsgemeinschaft mit Akteuren wie Regierungen und Entwicklungsorganisationen. Sie sehen den Sport vor allem als wirkungsvolles und kosteneffizientes Mittel für das Erreichen von Entwicklungszielen. Sport ist hier ein Instrument unter anderen.

Es lässt sich also ein Interesse an der Entwicklung des Sports bzw. der Internationalen Sportförderung unterscheiden von der Entwicklung durch Sport. Während beide Stoßrichtungen zunächst miteinander unvereinbar schienen, hat sich heute die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich beide Ansätze sehr gut ergänzen können. Nicht zuletzt teilen die Sportwelt und die Entwicklungsgemeinschaft gemeinsame Grundwerte.

Die Vereinten Nationen (VN) haben diese Erkenntnisse aufgenommen und den Sport in zahlreiche Entwicklungsprogramme integriert . Auch im Hinblick auf die Erreichung der UN-Milleniums-Entwicklungsziele schreiben sie dem Sport eine bedeutende Rolle zu.  Im Jahr 2001 ernannten die VN zum ersten Mal einen Sonderberater des VN-Generalsekretärs für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden. Dessen Funktion hat seit 2008 der ehemalige Bremer Sport- und Innensenator Wilfried Lemke inne. Der „Special Adviser“ hat die Aufgabe, die VN-Mitgliedsstaaten zu ermuntern, den Sport als Mittel der Förderung des Friedens und der Entwicklung einzusetzen und Kooperationen in diesem Bereich anzuregen. Die Einrichtung des „International Year of Sport and Physical Education 2005“ und nicht zuletzt die Entscheidung der UN-Generalversammlung ab 2014, den 6. April zum „International Day of Sport for Development and Peace“ zu erklären  sind weitere Meilensteine in der globalen Anerkennung des Sports, Gesellschaft gerade auch in Entwicklungs- und Schwellenländern zu gestalten.

Auf Bundesebene unterstützt die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (giz) die Bundesregierung bei der Erreichung ihrer Ziele in der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung. 2012 haben DOSB und giz eine Erklärung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist die Erreichung einer „zusätzlichen Qualität“ durch die Gestaltung einer „effektiven partnerschaftlichen Zusammenarbeit“ zwischen DOSB und giz. Dabei steht „die Optimierung entwicklungspolitischer und transformationsbeschleunigender Maßnahmen in der internationalen Zusammenarbeit“ im Vordergrund. So arbeiten DOSB und giz gemeinsam mit anderen, im Bereich Sport für Entwicklung tätigen Akteuren im 2013 gegründeten Thementeam Sport des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an der Konzeption und Umsetzung von Sportprojekten in ausgewählten Partnerländern.

Dabei gilt immer zu beachten: Auch wenn die Potenziale des Sports unerschöpflich erscheinen, ein Allheilmittel ist er wahrlich nicht. Vielmehr ist Sport immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. So kann Sport, wenn er nicht richtig initiiert wird, auch ausgrenzend wirken. Er kann Geschlechterrollen hervorheben sowie und nationale oder ethnische Zugehörigkeiten über ein natürliches Maß hinaus verstärken. Projekte zur Entwicklung des Sports und Projekte zur Entwicklung durch Sport müssen sich dieser möglichen Ambivalenz bewusst sein und sie in ihre Umsetzung einbeziehen. Nicht zuletzt liegt es daher zu einem großen Anteil an der fachlichen und interkulturellen Kompetenz des/der jeweiligen Projektleiters/in, den Sport situativ, d.h. angepasst an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor Ort, angemessen zu initiieren und moderieren.

6. April ist weltweit beachteter Internationaler Tag des Sports

Erstmals haben am 6. April weltweit internationale und lokale Organisationen gleichzeitig Sportevents durchgeführt, um auf die besondere Kraft des Sports, spielerisch Grenzen zu überwinden, aufmerksam zu machen.

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