Deutsche Sportexperten*innen in aller Welt

Durch die Internationale Sportförderung setzen sich deutschen Sportorganisationen für die Entwicklung des Sports in verschiedenen Ländern des Globalen Südens ein. Seit Beginn der 1960er Jahre sind in diesem Rahmen weltweit bereits über 1.500 Langzeit- und Kurzeitmaßnahmen in über 130 Ländern durchgeführt worden. Im Mittelpunkt der Förderung steht dabei die nachhaltige Entwicklung der Sportstrukturen in den Partnerländern.

Jedes Jahr führt der DOSB eine Vielzahl solcher Kurz- und Langzeitprojekte in den Ländern des Globalen Südens durch. Dabei geben deutsche Sportexperten*innen ihre Kenntnisse und Erfahrungen in ihrer Sportart an die jeweiligen Partnerländer weiter und tragen so auf nationaler und regionaler Ebene zu einem nachhaltigen Auf- und Ausbau der Sportstrukturen bei. Die Experten*innen bilden Multiplikatoren*innen aus, beraten Sportverbände und Ministerien und führen Fortbildungslehrgänge durch. Die Projekte orientieren sich dabei stets an den lokalen Bedürfnissen und werden in enger Zusammenarbeit mit den Partnern vor Ort geplant und umgesetzt. Während Kurzzeitprojekte dabei einen Zeitraum von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten umfassen, werden Langzeitprojekte für mehrere Jahre geplant.

Ermöglicht wird diese Projektarbeit durch die umfangreiche Unterstützung der Bundesregierung, insbesondere des Auswärtigen Amtes, sowie durch die fachliche Assistenz der Mitgliedsverbände des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Projekte

Im Jahr 2021 wurde das Langzeitprojekt in Botsuana (Fußball) weitergeführt, sowie ein neues Langzeitprojekt im Handball in Jordanien begonnen. Zum erfolgreichen Abschluss kam nach vier Jahren das Projekt im Kosovo (Fußball). Bedingt durch die weitreichenden Einschränkungen der Corona-Pandemie konnte die weitere Projekttätigkeit nur stark reduziert stattfinden, es wurden zwei Kurzzeitprojekte in der Weiterbildung geflüchteter afghanischer und syrischer Trainer*innen im Fußball und Schwimmen durchgeführt, sowie die Weiterbildung und Vernetzung der DOSB-Auslandsexpert*innen im Rahmen eines digitalen Forums gefördert.

Unterstützung des jordanischen Handballs

Seit Dezember 2021 ist der langjährige Handballexperte und IHF Lecturer Wolfgang Lowak im Langzeitprojekt Handball in Jordanien im Einsatz. Das Projekt konnte trotz der Herausforderung durch Corona-Beschränkungen beginnen und die Zusammenarbeit mit der Jordan Handball Federation (JHF) und dem Jordan Olympic Committee (JOC) ist bereits gut und intensiv gestartet. Insbesondere der Austausch mit dem JHF-Präsidenten Prof. Dr. Taiysir Mansi stellt eine große Unterstützung dar. Der Schwerpunkt des Langzeitprojekts liegt im Aufbau und der Entwicklung einer landesweiten Infrastruktur im Handball in Jordanien. Dazu zählen die Trainer*innenaus- und -fortbildung, die Verbesserung der Strukturen des Handballs auf regionaler und nationaler Ebene unter besonderer Berücksichtigung des Kinder- und Jugendhandballs für Mädchen und Jungen und des gemeinsamen Sporttreibens zwischen geflüchteten und einheimischen Jugendlichen in den jordanischen Grenzregionen. Die Projektdauer ist zunächst für zwei Jahre vorgesehen.

 

Förderung des Fussballs in Botsuana

Nach dreijähriger Projektlaufzeit ist im Februar 2022 das Langzeitprojekt unter der Leitung von Dr. Carolin Braun in Botsuana erfolgreich zu Ende gegangen. Obwohl Fußball in Botsuana ein populärer Sport ist, fehlt es vor allem noch an lizenzierten Trainern*innen und Sportlehrern*innen, sowie strukturellen und finanziellen Ressourcen.

Die Aufgabe der Fußballexpertin bestand darin, den Fußball – sowohl im Herren- als auch im Frauenfußball – auf allen Verbandsebenen voranzubringen.

Auf dem Plan stand daher die Ausbildung von Trainern*innen/Sportlehrern*innen, die Talentsichtung und -förderung bei den Junioren*innen und das Mentoring der Trainer*innen der Auswahlmannschaften. Auf struktureller Ebene implizierte dies die Implementierung eines strukturierten Trainerausbildungssystems und ein Konzept zur Jugendförderung und Talentsichtung. Im Zuge der Corona-Pandemie wurden auch verstärkt digitale Formate der Weiterbildung für Trainerinnen und Trainer erprobt und etabliert. Angesichts der großen räumlichen Distanzen in Botsuana ein ebenso wichtiger wie zukunftsweisender Entwicklungsschritt.

Durch einen dezentralen Ansatz und die damit verbundene Zusammenarbeit mit den regionalen Fußballverbänden, hatte das Projekt zumn Ziel, landesweit die Strukturen der BFA (Botswana Football Association) zu stärken.  

Strukturelle Verbesserung des Fussballs im Kosovo

Im Februar 2021 wurde das LZP Kosovo unter der Leitung des Auslandsexperten Michael Nees nach vier Jahren Laufzeit erfolgreich beendet. Obwohl Fußball im Kosovo ein populärer Sport ist, fehlt es oft noch an Erfahrung, Know-how sowie personellen und finanziellen Ressourcen. Die Aufgabe des Experten war es, den Fußball auf allen Ebenen voranzubringen. Neben den aktiven Jugendlichen und Erwachsenen, Trainer/innen, Schiedsrichter/innen und Verbandsmitarbeiter/innen sollten auch Sportlehrer/innen erreicht und eingebunden werden. Im Mittelpunkt stand dabei auch die langfristige Verbesserung der Verbandsstruktur in allen relevanten Bereichen des Managements. Dazu gehörten vor allem der Ausbau des bestehenden Senioren- und Jugendligasystems, sowie die Strukturierung eines Ausbildungssystems für Trainer/innen, Schiedsrichter/innen und Verbandsmitarbeiter/innen. Insbesondere die Entwicklung des Frauenfußballs sollte durch die Ausbildung von Trainerinnen und Schiedsrichterinnen vorangetrieben werden. Durch die Einbindung der regionalen Fußballverbände zielte das Projekt auf die landesweite Stärkung der Strukturen der FFK (Football Federation of Kosovo).     

FÖRDERUNG DES FUSSBALLS FÜR MÄDCHEN UND FRAUEN IN GAMBIA

Monika Staab, eine der erfolgreichsten deutschen Fußballtrainerinnen sowie Pionierin des Frauenfußballs weltweit, war von Oktober 2018 bis 2020 in Gambia tätig, um dort den Frauenfußball voranzubringen. Ihr Anliegen war und ist es, Mädchen und Frauen zu diesem Sport auf dem Platz zu ermutigen. 
Fußball nimmt in Gambia einen sehr hohen Stellenwert ein, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Der Frauenfußball ist in den letzten zwei Jahren gut vorangekommen und genießt Anerkennung in der Gesellschaft. Allerdings existierte weder ein umfassendes Konzept zur Jugendförderung oder Talentsichtung, noch gab es genügend Ausbildungszentren für Trainerinnen und Trainer.
Ziel des Projekts war daher die Verbesserung des Fußballs auf regionaler und nationaler Ebene unter besonderer Berücksichtigung des Fußballs für Mädchen und Frauen, sowie des Schulfußballs. Dafür wurden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet, Workshops und Fortbildungen für Trainerinnen und Trainer sowie für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter durchgeführt. Es wurden Trainingsmaßnahmen organisiert und die Talentförderung verbessert.   
Monika Staab arbeitete eng mit dem Partnerverband vor Ort, der Gambia Football Federation, zusammen. Das Fußball-Projekt in Gambia stand unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Michelle Müntefering und endete nach zweijähriger Laufzeit im Oktober 2020. 

Zur Ressortübersicht

Leichtathletikförderung in Bolivien

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Das vom Auswärtigen Amt geförderte DOSB-Langzeitprojekt in Bolivien wurde von Dezember 2017 an vom Leichtathletikexperten Oliver Scheer geleitet. In Zusammenarbeit mit der Federación Atlética de Bolivia (FAB) sowie dem Sportministerium war der Projektleiter im ersten Projektjahr beratend in der Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Südamerikanischen Spiele 2018 in Cochabamba tätig. Weitere Schwerpunkte waren die Verbesserung der internen Verbandsstrukturen sowie strategische Optimierungsansätze (Wettkampfplan, Administration, Marketing/Sponsoring, etc.). Diese Aufgaben setzte Projektleiter Scheer mit der FAB sowie den insgesamt neun Landesverbänden um, die u.a. mit Trainer- und Kampfrichterfortbildungen sowie der Ausbildung weiterer Multiplikator*innen in den Bereichen Training, Wettkampf, Kampfrichterwesen sowie Administration flankiert wurden. Davon haben sowohl die Kinder- und Jugendleichtathletik als auch die Spitze der bolivianischen Leichtathletik profitiert. Ein weiteres Ziel des Projekts war es, die duale Karriere (Ausbildung und Sport) zu fördern, um den „Drop-Out“ einer Vielzahl talentierter Athlete*innen zu reduzieren. Nach erfolgreicher Umsetzung der genannten Ziele endete das Projekt im Dezember 2019 nach zweijähriger Laufzeit.

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