Deutsche Sportexperten*innen in aller Welt

Durch die Internationale Sportförderung setzen sich deutschen Sportorganisationen für die Entwicklung des Sports in verschiedenen Ländern des Globalen Südens ein. Seit Beginn der 1960er Jahre sind in diesem Rahmen weltweit bereits über 1.500 Langzeit- und Kurzeitmaßnahmen in über 130 Ländern durchgeführt worden. Im Mittelpunkt der Förderung steht dabei die nachhaltige Entwicklung der Sportstrukturen in den Partnerländern.

Jedes Jahr führt der DOSB eine Vielzahl solcher Kurz- und Langzeitprojekte in den Ländern des Globalen Südens durch. Dabei geben deutsche Sportexperten*innen ihre Kenntnisse und Erfahrungen in ihrer Sportart an die jeweiligen Partnerländer weiter und tragen so auf nationaler und regionaler Ebene zu einem nachhaltigen Auf- und Ausbau der Sportstrukturen bei. Die Experten*innen bilden Multiplikatoren*innen aus, beraten Sportverbände und Ministerien und führen Fortbildungslehrgänge durch. Die Projekte orientieren sich dabei stets an den lokalen Bedürfnissen und werden in enger Zusammenarbeit mit den Partnern vor Ort geplant und umgesetzt. Während Kurzzeitprojekte dabei einen Zeitraum von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten umfassen, werden Langzeitprojekte für mehrere Jahre geplant.

Ermöglicht wird diese Projektarbeit durch die umfangreiche Unterstützung der Bundesregierung, insbesondere des Auswärtigen Amtes, sowie durch die fachliche Assistenz der Mitgliedsverbände des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Projekte

Im Jahr 2020 werden die Langzeitprojekte im Kosovo (Fußball), in Gambia (Fußball für Mädchen und Frauen) und in Botsuana (Fußball) weitergeführt. Zum erfolgreichen Abschluss kam nach zwei Jahren das Projekt in Bolivien (Leichtathletik). Parallel dazu wurden 14 Kurzzeitprojekte in 12 Ländern weltweit durchgeführt.

FÖRDERUNG DES FUSSBALLS FÜR MÄDCHEN UND FRAUEN IN GAMBIA

Monika Staab, eine der erfolgreichsten deutschen Fußballtrainerinnen sowie Pionierin des Frauenfußballs weltweit, ist seit Oktober 2018 in Gambia tätig, um dort den Frauenfußball voranzubringen. Ihr Anliegen ist es, Mädchen und Frauen zu diesem Sport auf dem Platz zu ermutigen. 
Fußball nimmt in Gambia einen sehr hohen Stellenwert ein, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Der Frauenfußball ist in den letzten zwei Jahren gut vorangekommen und genießt Anerkennung in der Gesellschaft. Allerdings existiert weder ein Konzept zur Jugendförderung oder Talentsichtung, noch gibt es genügend Ausbildungszentren für Trainerinnen und Trainer.
Ziel des Projekts ist daher die Verbesserung des Fußballs auf regionaler und nationaler Ebene unter besonderer Berücksichtigung des Fußballs für Mädchen und Frauen, sowie des Schulfußballs. Dafür werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet, Workshops und Fortbildungen für Trainerinnen und Trainer sowie für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter durchgeführt. Es werden Trainingsmaßnahmen organisiert und die Talentförderung wird aufgebaut.   
Monika Staab arbeitet eng mit dem Partnerverband vor Ort, der Gambia Football Federation, zusammen. Das Fußball-Projekt in Gambia steht unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Michelle Müntefering

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Förderung des Fussballs in Botsuana

Im Februar 2019 ist das Langzeitprojekt unter der Leitung von Dr. Carolin Braun in Botsuana gestartet. Obwohl Fußball in Botsuana ein populärer Sport ist, fehlt es vor allem noch an lizenzierten Trainern*innen und Sportlehrern*innen, sowie strukturellen und finanziellen Ressourcen.

Die Aufgabe der Fußballexpertin besteht darin, den Fußball – sowohl im Herren- als auch im Frauenfußball – auf allen Verbandsebenen voranzubringen.

Auf dem Plan steht daher die Ausbildung von Trainern*innen/Sportlehrern*innen, die Talentsichtung und -förderung bei den Junioren*innen und das Mentoring der Trainer*innen der Auswahlmannschaften. Auf struktureller Ebene impliziert dies ein Konzept zur Jugendförderung und Talentsichtung, die Implementierung eines strukturierten Trainerausbildungssystems sowie landesweiter Ausbildungszentren.

Durch eine Dezentralisierung und der damit verbundenen Zusammenarbeit mit den regionalen Fußballverbänden, soll das Projekt landesweit die Strukturen der BFA (Botswana Football Association) stärken.  

Strukturelle Verbesserung des Fussballs im Kosovo

Im Februar 2017 ist das LZP Kosovo unter der Leitung des Auslandsexperten Michael Nees angelaufen. Obwohl Fußball im Kosovo ein populärer Sport ist, fehlt es noch an Erfahrung, Know-how sowie personellen und finanziellen Ressourcen. Die Aufgabe des Experten ist es, den Fußball auf allen Eben voranzubringen. Neben den aktiven Jugendlichen und Erwachsenen, Trainer/innen, Schiedsrichter/innen und Verbandsmitarbeiter/innen sollen auch Sportlehrer/innen erreicht und eingebunden werden. Im Mittelpunkt steht dabei auch die langfristige Verbesserung der Verbandsstruktur in allen relevanten Bereichen des Managements. Dazu gehören vor allem der Ausbau des bestehenden Senioren- und Jugendligasystems, sowie die Strukturierung eines Ausbildungssystems für Trainer/innen, Schiedsrichter/innen und Verbandsmitarbeiter/innen. Insbesondere die Entwicklung des Frauenfußballs soll durch die Ausbildung von Trainerinnen und Schiedsrichterinnen vorangetrieben werden. Durch die Einbindung der regionalen Fußballverbände soll das Projekt landesweit die Strukturen der FFK (Football Federation of Kosovo) stärken.     

Leichtathletikförderung in Bolivien

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Das vom Auswärtigen Amt geförderte DOSB-Langzeitprojekt in Bolivien wurde von Dezember 2017 an vom Leichtathletikexperten Oliver Scheer geleitet. In Zusammenarbeit mit der Federación Atlética de Bolivia (FAB) sowie dem Sportministerium war der Projektleiter im ersten Projektjahr beratend in der Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Südamerikanischen Spiele 2018 in Cochabamba tätig. Weitere Schwerpunkte waren die Verbesserung der internen Verbandsstrukturen sowie strategische Optimierungsansätze (Wettkampfplan, Administration, Marketing/Sponsoring, etc.). Diese Aufgaben setzte Projektleiter Scheer mit der FAB sowie den insgesamt neun Landesverbänden um, die u.a. mit Trainer- und Kampfrichterfortbildungen sowie der Ausbildung weiterer Multiplikator*innen in den Bereichen Training, Wettkampf, Kampfrichterwesen sowie Administration flankiert wurden. Davon haben sowohl die Kinder- und Jugendleichtathletik als auch die Spitze der bolivianischen Leichtathletik profitiert. Ein weiteres Ziel des Projekts war es, die duale Karriere (Ausbildung und Sport) zu fördern, um den „Drop-Out“ einer Vielzahl talentierter Athlete*innen zu reduzieren. Nach erfolgreicher Umsetzung der genannten Ziele endete das Projekt im Dezember 2019 nach zweijähriger Laufzeit.

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