Deutsche Sportexperten in aller Welt

Seit Anfang der 60er Jahre fördern die deutschen Sportorganisationen die Entwicklung des Sports in Entwicklungsländern. Im Rahmen dieser Internationalen Sportförderung wurden bislang weltweit über 1400 Langzeit- und Kurzzeitmaßnahmen in über 100 Ländern durchgeführt.

Ermöglicht wird diese Projektarbeit durch die umfangreiche Unterstützung der Bundesregierung, insbesondere des Auswärtigen Amtes, sowie durch die fachliche Assistenz der Mitgliedsverbände des Deutschen Olympischen Sportbundes und hier besonders durch die Fachverbände. Im Mittelpunkt der Förderung stehen die nachhaltige Entwicklung durch Ausbildung von einheimischen Fachkräften und der Aufbau von überdauernden Sportstrukturen. Darüber hinaus soll im Einvernehmen mit den jeweiligen Partnerländern und unter Berücksichtigung der dortigen ökonomischen und sozialen Bedingungen  der Auf- und Ausbau moderner und selbständiger Sportsysteme gefördert werden. Hierzu werden individuelle, gemeinsam erarbeitete und speziell auf jedes Land zugeschnittene strukturbildende Maßnahmen entwickelt.

Angesichts der großen Erfolge, der ungebrochenen Nachfrage und des gestiegenen Stellenwerts internationaler Entwicklungsförderung hat der deutsche Sport die Bundesregierung zuletzt mehrfach aufgefordert, den seit Ende der 90er Jahre eingetretenen Mittelkürzungen Einhalt zu gebieten und die Sportförderung voranzutreiben.

Im Jahr 2016 wurden die Langzeitprojekte in Guatemala (Leichtathletik), Äthiopien (Fußball) und Uruguay (Frauenfußball) weitergeführt Zum Abschluss kam das Leichtathletik-Langzeitprojekt in Sambia. Parallel dazu wurden 14 Kurzzeitprojekte in ebenso vielen Ländern weltweit durchgeführt.

Projekte

Im Jahr 2017 wurde das Frauenfußballprojekt in Uruguay erfolgreich weitergeführt. Neu begonnen wurden Langzeitprojekte im Kosovo (Fußball) und in Bolivien (Leichtathletik). Zum erfolgreichen Abschluss kamen nach jeweils vier Jahren die Projekte in Guatemala (Leichtathletik) und Äthiopien (Fußball). Parallel dazu wurden 18 Kurzzeitprojekte in 16 Ländern weltweit durchgeführt.

Förderung und Entwicklung des Frauenfußballs in Uruguay

Im Oktober 2015 startete ein neues Langzeitprojekt zur Förderung des Frauenfußballs in Uruguay. Durchgeführt wird das Projekt vom Fußballexperten Knut auf dem Berge. Obwohl Uruguay im Bereich Männerfußball schon gut aufgestellt ist, mangelt es im Bereich Frauenfußball an Expertise und Ressourcen aller Art. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Ausbildung von Trainerinnen, die in theoretischen und praktischen Einheiten ihr Wissen vertiefen, neue Erkenntnisse sammeln und diese dann wiederum an ihre Mädchen- und Frauenmannschaften weitergeben. Weitere Ziele des Projekts sind die Entwicklung lokaler, regionaler und nationaler Verbandsstrukturen sowie die Einführung eines flächendeckenden Wettkampfsystems. Generell soll den Mädchen und Frauen außerdem eine bessere Teilhabe am Sport, insbesondere im Fußball, ermöglicht werden. Um diese Ziele zu erreichen, arbeitet der Experte vor Ort eng mit dem Partnerverband, der Asociación Uruguaya de Fútbol (AUF), aber auch vielen regionalen Verbänden und Vereinen zusammen.

Strukturelle Verbesserung des Fußballs im Kosovo

Im Februar 2017 ist das LZP Kosovo unter der Leitung des Auslandsexperten Michael Nees angelaufen. Obwohl Fußball im Kosovo ein populärer Sport ist, fehlt es noch an Erfahrung, Know-how sowie personellen und finanziellen Ressourcen. Die Aufgabe des Experten ist es, den Fußball auf allen Eben voranzubringen. Neben den aktiven Jugendlichen und Erwachsenen, Trainer/innen, Schiedsrichter/innen und Verbandsmitarbeiter/innen sollen auch Sportlehrer/innen erreicht und eingebunden werden. Im Mittelpunkt steht dabei auch die langfristige Verbesserung der Verbandsstruktur in allen relevanten Bereichen des Managements. Dazu gehören vor allem der Ausbau des bestehenden Senioren- und Jugendligasystems, sowie die Strukturierung eines Ausbildungssystems für Trainer/innen, Schiedsrichter/innen und Verbandsmitarbeiter/innen. Insbesondere die Entwicklung des Frauenfußballs soll durch die Ausbildung von Trainerinnen und Schiedsrichterinnen vorangetrieben werden. Durch die Einbindung der regionalen Fußballverbände soll das Projekt landesweit die Strukturen der FFK (Football Federation of Kosovo) stärken.     

Leichtathletikförderung in Bolivien

Seit Dezember 2017 wird das DOSB-Langzeitprojekt in Bolivien vom Leichtathletikexperten Oliver Scheer geleitet. In Zusammenarbeit mit der Federación Atlética de Bolivia (FAB) sowie dem Sportministerium ist der Projektleiter beratend in der Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Südamerikanischen Spiele 2018 in Cochabamba (Bolivien) tätig. Weitere Schwerpunkte bilden die Verbesserung der internen Verbandsstrukturen sowie strategische Optimierungsansätze (Wettkampfplan, Administration, Marketing/Sponsoring, etc.). Diese Aufgaben setzt Projektleiter Scheer mit dem FAB sowie den insgesamt neun Landesverbänden um, welche u.a. mit Trainer- und Kampfrichterfortbildungen sowie der Ausbildung von Multiplikatoren in den Bereichen Training, Wettkampf, Kampfrichterwesen sowie Administration flankiert werden sollen. Davon soll sowohl die Kinder- und Jugendleichtathletik als auch der Spitzensport der bolivianischen Leichtathletik profitieren. Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, die duale Karriere (Ausbildung und Sport) zu fördern, um den „Drop-Out“ einer Vielzahl talentierter Athleten zu reduzieren.

Partner "Sport für Alle"