Spielmanipulation

Faire und echte Wettkämpfe sind das Rückgrat aller Sportarten. Der Sport mit seinen spektakulären Erfolgen und herzzerreißenden Niederlagen schafft Leidenschaft und löst große Emotionen aus, bei den Protagonisten ebenso wie bei den Fans.

Man weiß nie wie`s ausgeht – das ist das, was die Attraktivität des Sports ausmacht. Dass der sportliche Wettkampf nicht beeinflusst wird und das Ergebnis nicht vorausgesagt werden kann, ist die Grundlage für  Glaubwürdigkeit und Anerkennung des Sports in Staat und Gesellschaft. Die Bekämpfung von Sportwettbetrug und Spielmanipulation zum Schutz der Integrität von sportlichen Wettbewerben ist daher nicht nur ein wichtiges Anliegen des organisierten Sports, sondern liegt in dessen originärem Interesse.

Der DOSB hat deshalb für seinen Zuständigkeitsbereich entsprechende Regularien verankert. Zum Beispiel gilt ein Wettverbot für alle Teilnehmer/innen und Delegierten bei Olympischen Spielen,  Insiderkenntnisse dürfen nicht herausgegeben werden, selbstverständlich ist es verboten, Spiele zu manipulieren und wer etwas über  manipulierte Spiele weiß, ist verpflichtet, dieses Wissen an die entsprechenden Stellen weiterzugeben.

Die Wirkung dieser Maßnahmen ist jedoch in zweifacher Hinsicht begrenzt: Zum einen binden die Vorschriften ausschließlich Sportbeteiligte wie Sportler/innen und Trainer/innen sowie Schiedsrichter/innen und Offizielle;  außenstehende Personen, die  Betrügereien und Manipulationen initiieren, können vom Sport nicht belangt werden.  Außerdem  fehlt es dem organisierten Sport an staatlichen  Ermittlungs- sowie sonstigen Eingriffsinstrumenten; diese sind aber insbesondere zur Aufklärung von organisiertem Sportwettbetrug sowie bandenmäßiger Spielmanipulation unverzichtbar.

Aus diesem Grund war die Aufnahme des Sportwettbetrugs und der Manipulation berufssportlicher Wettbewerbe in das Strafgesetzbuch und die damit verbundene Aufklärung durch Strafverfolgungsbehörden und gerichtliche/strafrechtliche Sanktionierung ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Betrüger.

Sport und Staat haben jeweils eigene Handlungsfelder: der Sport das Sportrecht, der Staat das Strafrecht. Beide agieren grundsätzlich in ihren Bereichen autonom.  Im Interesse des Integritätsschutzes sollten sich beide wechselseitig vernetzen und zusammenarbeiten. Darüber hinaus wäre es wichtig, dass sich die Sportorganisationen mit dieser Thematik befassen und  ihre Maßnahmen untereinander koordinieren.

Projekt "POINTS"

DOSB als Projektpartner des Erasmus+ Sport-Projekts „POINTS“

Das Ziel des POINTS-Projekts besteht darin, den NOKs, den europäischen Spitzenverbänden und den nationalen Sportverbänden in Europa zu helfen, die Integrität ihrer Sportart(en) zu schützen und sie dadurch im Bereich Good Governance zu stärken. Während das Vorgänger-Projekt „SIGGS“ den Schwerpunkt in der Verbandsführung hatte (Korruptionsbekämpfung, persönliche Integrität etc.), liegt er nun auf der Integrität der sportlichen Wettkämpfe (einschließlich der Bekämpfung von Spielmanipulationen).

Die Methodik basiert auf der Idee, "Single Points of Contact für Integrität" einzurichten. Dieses Konzept des "Single Point of Contact" wurde vom IOC innerhalb des Integrity Betting Intelligence Systems (IBIS) zur Bekämpfung von Spielmanipulationen entwickelt. Da das IOC diese Idee in Verbänden und NOKs einführen möchte, zielt das POINTS-Projekt darauf ab, das Konzept für NOKs und europäische Kontinentalverbände des Sports weiterzuentwickeln und es ggf. auf Integrität im Allgemeinen auszuweiten. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Ethik- und Compliance-Büro des IOC.

Konkret geplant ist eine verbesserte Kommunikation durch die Benennung direkter Ansprechpartner und die Erarbeitung von Schulungsprogrammen. Zunächst sollen die Kontaktpersonen aus den kooperierenden NOKs/Verbänden für die genannten Themenbereiche geschult und ausgebildet werden. Diese sind dann für die Weitergabe in ihre Mitgliedsorganisationen verantwortlich.

Projektdauer:

Das Projekt startete im Januar 2018 und läuft 3 Jahre (bis Ende 2020).

Projektpartner:              

Die Projektleitung liegt beim EU-Office in Brüssel. Die Projektpartner sind neben Deutschland:

  • 10 weitere NOKs: Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Kroatien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Slowenien und Tschechien
  • 3 Europäische Fachverbände: Europäischer Basketballverband (FIBA Europe), Europäischer Volleyballverband (CEV) und Leichtathletik (European Athletics, EAA)
  • die britische Sport and Recreation Alliance und EOSE (European Observatoire of Sport and Employment)
  • das IOC Ethics & Compliance Office als Associated Partner und
  • Interpol (als ständiger Gast)

Für die 2. Jahreshälfte 2019 wird der DOSB seine Spitzenverbände zu einem nationalen Workshop einladen, um die Erkenntnisse aus diesem Projekt mit diesen zu teilen und ebenfalls um die Benennung von Ansprechpartnern zu werben.

Nähere Informationen zu diesem Projekt erhalten Sie von Britta Spahn spahn@dosb.de.

Workshop

Workshop mit IOC und Interpol

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und Interpol arbeiten derzeit intensiv an der Umsetzung eines Programms zur Förderung der Integrität im Sport, um das Bewusstsein für eine Gefährdung des sauberen Sports durch Wettbewerbsmanipulation und der damit zusammenhängenden Korruption zu schärfen.

Im Rahmen dieses Programms veranstalten IOC und Interpol weltweit Workshops, zu denen neben den nationalen Sportverbänden jeweils die in diesem Themenfeld relevanten Akteure, d.h. Vertreter von Strafverfolgungsbehörden, von (Innen-)Ministerien bzw. der Nationalen Plattform (falls vorhanden) sowie Vertreter von Glücksspielaufsichtsbehörden, nationalen Lotterien und lizenzierten Wettanbietern eingeladen werden.

Der DOSB hat sich gerne bereit erklärt, für den zum Interpol-IOC Regional Integrity in Sport Workshop am 6. und 7. November 2018 für die deutschsprachigen Länder Österreich, Schweiz und Deutschland seine Räumlichkeiten in Frankfurt zur Verfügung zu stellen.

Ergebnisse des Workshops in Frankfurt

Verbesserung der nationalen Sportintegrität

Die Entwicklung eines national koordinierten Ansatzes in Österreich, Deutschland und der Schweiz gegen Bedrohungen der Integrität des Sports stand im Fokus eines Workshops in Frankfurt.

Die zweitägige Veranstaltung (6. und 7. November) wurde von INTERPOL und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) organisiert und fand in enger Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt (BKA) und dem DOSB statt. Sie wurde vom Europarat und vom Sportradar unterstützt. An dem Workshop nahmen mehr als 70 Vertreter der deutschen Strafverfolgungsbehörden, der Regierung, der Wettbüros und Sportorganisationen sowie hochrangige Delegationen aus Österreich und der Schweiz teil. 

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