Trainer: Erste Schritte (Teil 5)

Auch die ersten Trainer der Olympiateilnehmer haben ihren großen Anteil an späteren Spitzenleistungen. Das zeigen fünf Besuche dort, wo für fünf Olympiaathleten alles begann.

Kersten Palmer wäre selbst gern länger Athlet geblieben. Aber ein wohlmeinender Lehrer legte ihm den Trainerberuf nahe. So war Lena Schöneborn sogleich in höchst professioneller Obhut, als sie eher zufällig zum Fünfkampf fand, mit raschem Erfolg. Wie Trainingskollegin Karen Simon (Foto Mitte) wurde sie schon 2001 Jugendmeisterin. Foto: Sportdeutschland - Das Magazin
Kersten Palmer wäre selbst gern länger Athlet geblieben. Aber ein wohlmeinender Lehrer legte ihm den Trainerberuf nahe. So war Lena Schöneborn sogleich in höchst professioneller Obhut, als sie eher zufällig zum Fünfkampf fand, mit raschem Erfolg. Wie Trainingskollegin Karen Simon (Foto Mitte) wurde sie schon 2001 Jugendmeisterin. Foto: Sportdeutschland - Das Magazin

Lena Schöneborn, 30 Jahre, Moderner Fünfkampf, Olympiasiegerin 2008, Weltmeisterin 2015, 5x Team- oder Staffel-Weltmeisterin, 2x Einzel-Europameisterin

Erster Trainer: Kersten Palmer

Schwimmen, Fechten, Reiten, Schießen und Laufen an einem Tag: Moderner Fünfkampf ist aufwendig und drängt sich nicht jedem Interessierten sofort auf. Auch Zufall spielt mit. Wie bei Kersten Palmer aus Kaufbeuren, der den Weltklasseathleten Norbert Kühn zum Lehrer hatte, der Fünfkampf und Schwimmen als Neigungsfach anbot. Der Schüler nahm es begeistert an, wurde schon mit Mitte zwanzig Trainer und wechselte bald an den Bonner Bundesstützpunkt mit Fechtern und Schwimmern in der Nachbarschaft. Hier bat ihn im Jahr 2000 der Schwimmtrainer der SpVgg Lülsdorf-Ranzel aus Niederkassel, einige Jugendliche zu über-nehmen, da das Hallenbad saniert wurde. Kersten Palmer willigte ein unter der Bedingung, ihnen auch die übrigen Disziplinen des Fünfkampfs vorzustellen. So betrat eines Tages eine hochgewachsene 14-Jährige die Fechthalle und, so Palmers Erinnerung, piepste in die Runde: „Hallo, ich bin’s, die Lena.“ Lena Schöneborn nahm das Angebot an, probierte, hatte Spaß und erlebte schnell Erfolge. Auch das war also eher Zufall. Zwei Jahre lang trainierte Palmer sie, wandelte ihre „antilopenhaften Sprünge“ in effizienten Laufstil und experimentierte: Lena ficht mit links und schießt mit rechts, was ihr nun im anstrengenden eintägigen Wettkampfformat zum Vorteil gereicht. Dazu war ihr keine Trainingsmühe zu viel. Nun hat sie gute Chancen, nach Überraschungsgold in Peking 2008 noch einmal Olympiasiegerin zu werden. „Das wäre ein Highlight wie damals bei Ulrike Meyfarth“, sagt der erste Trainer. „Olympiasieger werden die, die nicht damit rechnen – oder die ganz Erfahrenen.“

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(Quelle: Sportdeutschland - Das Magazin 02/2016)


  • Kersten Palmer wäre selbst gern länger Athlet geblieben. Aber ein wohlmeinender Lehrer legte ihm den Trainerberuf nahe. So war Lena Schöneborn sogleich in höchst professioneller Obhut, als sie eher zufällig zum Fünfkampf fand, mit raschem Erfolg. Wie Trainingskollegin Karen Simon (Foto Mitte) wurde sie schon 2001 Jugendmeisterin. Foto: Sportdeutschland - Das Magazin
    Kersten Palmer wäre selbst gern länger Athlet geblieben. Aber ein wohlmeinender Lehrer legte ihm den Trainerberuf nahe. So war Lena Schöneborn sogleich in höchst professioneller Obhut, als sie eher zufällig zum Fünfkampf fand, mit raschem Erfolg. Wie Trainingskollegin Karen Simon (Foto Mitte) wurde sie schon 2001 Jugendmeisterin. Foto: Sportdeutschland - Das Magazin