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Das „Rezept auf Bewegung“ aus Hessen für Europa

Im Rahmen der DOSB-Initiative „europa(S)meister“ stellten der Landessportbund Hessen und die Landesärztekammer Hessen in Frankfurt die gemeinsame Gesundheitsoffensive „Rezept auf Bewegung“ vor. „Pate“ ist Schwimm-Europameister Helge Meeuw.

DOSB Redaktion
DOSB Redaktion

17.04.2007

„Am besten, wir verbieten die Aufzüge und Rolltreppen. Dann wären die Menschen auf natürliche Weise gezwungen, sich mehr zu bewegen“, scherzte Dr. Ursula Stüwe, die Präsidentin der Landesärztekammer Hessen. „Bewegung tut generell gut“, fuhr Strüwe fort, „und wenn Bewegung eben per Rezept gezielt eingesetzt wird, lassen sich die Gesundheit verbessern und die Lebensqualität steigern. Dass gleichzeitig die Kosten im Gesundheitswesen gesenkt werden, ist ein willkommener Nebenaspekt.“ Der Gesundheitsbeauftragte des DOSB und des Landessportbundes Hessen, Professor Winfried Banzer, pflichtet ihr bei: „Das ,Rezept´ auf Bewegung ist eine neue, innovative Strategie, die den Sport und die Ärzteschaft gemeinsam aktiv werden lässt. Das ist gut so, denn Sport kann nicht nur bei chronisch Kranken viel bewirken, sondern in bedingtem Maße auch Schäden reparieren“. Banzer stellt den Sportorganisationen ein gutes Zeugnis aus: „Mit dem Gütesiegel `Sport Pro Gesundheit´ haben sie im Qualitätsmanagement und der Qualifizierung von Übungsleitern schon viel erreicht. Das haben auch die Krankenkassen erkannt.“ Das „Rezept auf Bewegung“ in Hessen ist nach Banzers Auffassung eine sinnvolle Ergänzung zum Gütesiegel der Sportvereine.

Für den hessischen Europaabgeordneten, Hartmut Nassauer, kann das „Rezept auf Bewegung“ den Anstoß für eine europaweite Initiative geben. Denn über die „Brücke Gesundheit“, so der Politiker, spiele Sport in Europa eine wichtige Rolle. Hessens Minister des Innern und für Sport, Volker Bouffier, begeistert die Kombination einer  „europäischen Initiative, aufgegriffen von einer Organisation des Sports mit einer pfiffigen Idee“.

Sport statt Pillen

Das „Rezept auf Bewegung" wird seit Oktober vergangenen Jahres in einem Modellversuch bereits von 280 nordhessischen Ärzten „verordnet“. Der Ärzteschaft liegt eine vom Landessportbund Hessen erstellte Liste von Sportvereinen vor, die gesundheitsspezifische Angebote bereit halten. „Sport statt Pillen“ – gerade bei chronischen Krankheiten kann „dosiertes“ Sportreiben den Gesundheitszustand verbessern und einen Teil der Medikamente ersetzen. Für Dr. Rolf Müller, dem Präsidenten des Landessportbundes Hessen, das beste Beispiel dafür, dass „Sport mehr ist als nur schnell zu rennen“.  Sport, das steht für Müller außer Frage, leiste einen wichtigen Beitrag für Europa und sorge dafür, dass Europa sozial und gesellschaftspolitisch näher zusammenrückt. Und mit dem „einmaligen Beispiel aus Hessen“, dem „Rezept auf Bewegung“, würde wieder ins Bewusstsein gerufen, was lange selbstverständlich war und dann in den Hintergrund geriet: Die Zusammengehörigkeit von Sport und Gesundheit nämlich. Schwimmstar und Medizinstudent Helge Meeuw kann sich jedenfalls vorstellen, künftigen Patienten das „Rezept“ auf Bewegung auszustellen. Dass dabei die Sportart Schwimmen eine wichtige Rolle spielen könnte, ist nachvollziehbar.

Der Landessportbund Hessen strebt an, das in Nordhessen gestartete Projekt jetzt über die gesamte hessische Landkarte auszubreiten. Ein ehrgeiziges Vorhaben, denn immerhin kommen über 8.000 niedergelassene Ärzte in Frage. Beim LSB Hessen ist man aber sehr optimistisch, das langfristig gesetzte Ziel zu ereichen. In den Regionen Marburg-Biedenkopf, im Rhein-Main und an der Bergstraße besteht schon großes Interesse am „Rezept auf Bewegung“.  

Der Link zur DOSB-Initiative: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fenstereuropa(S)meister 

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