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Eine Person hält einen gläsernen Preis in der Hand, der für eine Auszeichnung im Jahr 2024 steht. Die Personen im Bild sind formell gekleidet und scheinen an einer Zeremonie teilzunehmen.

Über den Preis

Durch die jährliche Verleihung werden Gesten, Aktionen und Initiativen geehrt, die in besonderem Maße von Fair Play geprägt sind. Dabei zählt die eine „große Geste“ bei einem sportlichen Topereignis ebenso wie ein dauerhaftes Engagement im Verein vor Ort. 

Weitere Informationen

Laut Lexikon der Ethik im Sport zeigt sich„Fairness im Rahmen sportlicher Wettkampfhandlungen im Bemühen der Sportler, die Regeln konsequent und bewusst einzuhalten oder sie zumindest nur selten zu übertreten, im Interesse der Chancengleichheit im Wettkampf weder unangemessene Vorteile entgegenzunehmen noch unangemessene Nachteile des Gegners auszunutzen und den Gegner nicht als Feind zu sehen, sondern als Person und Partner zu achten."

Unser Verständnis von Fair Play, das die Grundlage für die Auswahl des Fair Play Preises des Deutschen Sports bildet, übersteigt diese „formelle“ Dimension und orientiert sich an den Formulierungen der Olympischen Fair Play Charta. Demnach geht die (informelle) Fairness über das Einhalten der Spielregeln hinaus und bezeichnet eine Haltung, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist und die physische wie psychische Unversehrtheit der Sportler*innen in den Mittelpunkt stellt. Sie umfasst das rücksichtsvolle Miteinander, setzt die Wahrung von Chancengleichheit sowie von Haltung in Sieg und Niederlage voraus und fordert, das Gewinnmotiv zu begrenzen (kein Sieg um jeden Preis).

Im Sport – ob bei Olympischen und Paralympischen Spielen, in der Bundesliga oder der Kreisklasse, auf unseren Sportplätzen, in den Hallen und Vereinen – geht es um wesentlich mehr als um Sieg, Medaillen und Rekorde. Im Kern geht es um die Werte des Olympismus, die neben Höchstleistung gleichermaßen auch Freundschaft und Respekt fordern. Ziel der Olympischen Bewegung ist es, junge Menschen mithilfe des Sports zu Solidarität, Gemeinschaft und Fair Play zu erziehen – und jeglicher Form von Diskriminierung entgegenzuwirken.

Ein Ziel, dem sich auch der „Fair Play Preis des Deutschen Sports“ verschrieben hat. Durch die jährliche Ehrung werden Gesten, Aktionen und Initiativen geehrt, die in besonderem Maße von Fairness geprägt sind. Dabei zählt die „große Geste“ bei einem Topereignis ebenso wie dauerhaftes Engagement im Verein. Die Preisträger*innen stehen sinnbildlich für ein faires Miteinander und sind Vorbilder im Sport und darüber hinaus. Durch die Ehrung geraten Sie ins Rampenlicht und ermutigen andere, sich nachhaltig für ein faires Sporttreiben einzusetzen.

Unter dem Dach des Fair Play Preises des Deutschen Sports wurden im Jahr 2011 verschiedene Initiativen unterschiedlicher Institutionen gebündelt. Er ist heute der zentrale, bundesweit vergebene Preis für faires Verhalten im Sport und hat mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) zwei der bedeutendsten Dachverbände aus dem Sport als Preisstifter.

Bereits 1996 fand in Amsterdam ein europaweiter „Runder Tisch zu Sport, Toleranz und Fair Play“ statt, auf dem beschlossen wurde, nationale Botschafter*innen für Sport, Toleranz und Fair Play zu berufen. In enger Abstimmung zwischen Sport und Politik übernehmen Steffi Nerius (2011) und Rainer Schmidt (2012) diese Rolle in Sportdeutschland. Darüber hinaus war Rosi Mittermaier-Neureuther seit 1997 und bis zu ihrem Tod im Jahr 2023 als nationale Botschafterin ein strahlendes Vorbild für Sport, Toleranz und Fair Play.  

Laut Empfehlung des Europarats sollen die Botschafter*innen

  • das gesellschaftliche Bewusstseins für Toleranz und Fair Play im traditionellen Sinn schärfen, aber auch hinsichtlich neuer Aspekte wie Antidiskriminierung, Antirassismus und Antisemitismus,
  • als Leitfiguren zur Förderung der Toleranz im Sport und ihrer Weiterentwicklung durch den Sport fungieren,
  • bei Verleihungen und Aktionen des Fair Play Preises des Deutschen Sports in Erscheinung treten.

Als Geschäftsstelle sammelt die Deutsche Olympische Akademie (DOA) die bis zum 31. Dezember eingehenden Vorschläge und prüft diese auf Plausibilität. Entscheidend dabei ist das „Warum“ – also die Begründung, weshalb eine Person oder Organisation den Fair Play Preis des Deutschen Sports verdient. Von Kreisklasse bis Olympische und Paralympische Spiele, von populären Aktionen bis kleinen Gesten, ist alles möglich. Hauptsache: Fair! 

Aktuell vergibt die von den beiden Preisstiftern berufene Jury die Auszeichnung in den Kategorien „Sport“ und „Sonderpreis“. Die Entscheidung fällt nach dem Jahreswechsel in einer gemeinsamen Jurysitzung. Nach Vorgabe der Jury werden zunächst alle Nominierungen der passenden Kategorie zugeordnet. Anschließend wählen die Jurymitglieder die Preisträger*innen aus den gesammelten Vorschlägen aus.

Der Fair Play Preis des Deutschen Sports wird aktuell in zwei Kategorien verliehen.

Sport: Das Ereignis muss als besondere Geste des Fair Play in Sportdeutschland wahrgenommen werden und einen Bezug zum Wettkampf im Spitzen- oder Breitensport haben. Nominiert werden können aktive Athlet*innen, Trainer*innen, Schiedsrichter*innen und alle weiteren am Wettkampfgeschehen beteiligten Personen.

Sonderpreis: Er richtet sich an Personen und Initiativen, die sich „abseits des Spielfeldes“ für faires Verhalten im und die Wertevermittlung durch Sport einsetzen. Der Sonderpreis fasst den Rahmen also inhaltlich weiter und würdigt ebenso das Engagement für Chancengleichheit und eine gleichberechtigte Teilhabe am Sport. Damit umfasst die Auszeichnung bewusst auch weitreichende Aspekte wie Antirassismus, Inklusion und Integration, um ihre Bedeutung für den Sport und die Gesellschaft zu unterstreichen.

Der Fair Play Preis des Deutschen Sports wird an Personen vergeben, die über die deutsche Staatsangehörigkeit verfügen, an einem Wettkampf unter deutscher Beteiligung teilgenommen oder einer Initiative mitgewirkt haben, die mit deutscher Beteiligung durchgeführt wurde.

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