Schwimmen und Baden als Kulturgut

Ein illustrierter Band stellt Vorträge bzw. Ergebnisse der Tagung vor, die sich mit den Phänomenen „Schwimmen und Baden“ befasst hat.

Schwimmen und Baden sind universelle Kulturgüter. Sie vermitteln uns wichtige Bewegungserfahrungen, die positiven Seiten des Elements Wasser kennenzulernen und möglichst lebensbereichernd zu erfahren. Vor den (lebensbedrohlichen) Gefahren im Wasser muss jedoch ebenso in (sport-) pädagogischer Absicht immerzu gewarnt werden.

In diesem illustrierten Band werden die Vorträge bzw. Ergebnisse einer Tagung vorgestellt, die sich mit den Phänomenen „Schwimmen und Baden“ in historischer, sozialwissenschaftlicher und sportkultureller Perspektive befasst hat. Die insgesamt zehn Fachbeiträge sind in drei Kapitel gegliedert: „Von der Faszination des Schwimmens und Badens“ (1) bündelt fünf Aufsätze, die etwas von der einzigartigen Attraktivität des fortwährenden Fortbewegens im Wasser widerspiegeln; während „Vom Nicht-Schwimmen und Retten“ (2) u.a. in „Die Geschichte der organisierten Wasserrettung und der Prüfungen im Rettungsschwimmen aus der Sicht der DLRG“ (Titel des Beitrags von Harald Jatzke, Vizepräsident des DLRG Landesverbandes Bayern) einführt.

Die drei Beiträge im dritten und letzten Kapitel handeln dann noch „Von Bädern und Schwimmstadien“. Hier werden wir u.a. mitgenommen in „Das Schwimmbecken im Deutschen Stadion Berlin, 1913 – 1934“, und zwar auf dem Areal des heutigen Olympiaparks Berlin, wo schon ab 1920 die (weltweit erste) Deutsche Hochschule für Leibesübungen angesiedelt war. Im Jahre 1934 erfolgte der Abriss des Schwimmbeckens durch die Nazis, um zügig und großflächig mit den Bauten für die Olympischen Spiele 1936 zu beginnen. Reste eines Säulengangs des damaligen Schwimmareals - so ist im Beitrag der Berliner Architekturhistorikerin Uta Bräuer zu sehen und zu lesen - wurden zufällig bei Bauarbeiten von einem Baggerführer während der letzten Modernisierung des Olympiastadions im Jahre 2001 entdeckt.

Dem Tagungsband vorangestellt ist eine Einleitung der beiden Herausgeber: der eine (Michael Krüger) ist langjähriger Hochschullehrer am Institut für Sportwissenschaft der Universität Münster und Vorsitzender der DAGS, der andere (Markwart Herzog) leitet die Schwabenakademie Irsee im Landkreis Ostallgäu in Bayern. In seinem Vorwort würdigt der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die „Initiativen für die sporthistorische Forschung sowie die Pflege, Archivierung und Sammlung sporthistorischen Kulturgutes“ insbesondere durch die unterschiedlichen Aktivitäten der DAGS. Am Ende äußert Thomas Weikert sogar einen persönlichen Wunsch: „Als Tischtennisspieler freue ich mich, wenn in nicht allzu ferner Zukunft wissenschaftliche Tagungen zu den Spielen und Sportspielen veranstaltet werden“. Ob die DAGS diesen „Spielball“ demnächst auffängt?        

Michael Krüger & Markwart Herzog (Hrsg.): Schwimmen und Baden in Geschichte, Kultur und Gesellschaft. Ergebnisse des 10. Symposiums der Deutschen Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen e.V. (DAGS) sowie der 16. Irseer sporthistorischen Konferenz vom 20. bis 22. Mai 2022 in Irsee. Hildesheim 2024: Arete Verlag. 240 S.; 24,00 Euro; ISBN 978-3-96423-119-2.

(Autor: Prof. Dr. Detlef Kuhlmann)