Soforthilfefonds: Sportler*innen helfen Sportler*innen

Spendenaufruf und Soforthilfefonds zugunsten ukrainischer Sportler*innen:

"Der Sport darf sich nicht nur solidarisch erklären, sondern muss angesichts der humanitären Katastrophe auch unmittelbare Unterstützung leisten", erklärt DOSB-Präsident Thomas Weikert.

Der DOSB und die Deutsche Sporthilfe (DSH) haben einen Soforthilfefonds für ukrainische Sportler*innen aufgelegt, um kurzfristig Hilfe zur Verfügung zu stellen. 

Der DOSB hat auf Beschluss von Präsidium und Vorstand dem Fonds einen Grundstock in Höhe von 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Konferenz der Landessportbünde unterstützt den Soforthilfefonds mit weiteren 100.000 Euro. Gemeinsam rufen wir ganz Sportdeutschland zu weiteren Spenden auf!

Spenden werden per Überweisung und über PayPal entgegengenommen:
Empfänger: Stiftung Deutscher Sport
IBAN: DE 17 500 800 0000 961 826 00
Betreff: Ukrainehilfe

Förderung für Unterstützungsprojekte:
Der Fonds fördert unmittelbar und unbürokratisch ab sofort kurzfristige Unterstützungsprojekte, bei denen in Not geratenen ukrainischen Sportler*innen von Strukturen des organisierten Sports in Deutschland geholfen wird. Der Fonds bezuschusst insbesondere existierende Projekte, die vor Ort von Vereinen oder Verbänden durchgeführt werden, um geflüchtete Athlet*innen unterzubringen und das Ankommen in Deutschland zu erleichtern.

Aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine benötigen die Athlet*innen aber auch mittelfristig finanzielle Unterstützung: Etwa bei der Ausrüstung, bei Trainingslageraufenthalten oder der Wettkampfvorbereitung in Deutschland. Auch hier bezuschusst der Fonds – im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten – Unterstützungsleistungen von Vereinen und Verbänden, um ukrainischen Sportler*innen ihren Sport weiterhin zu ermöglichen.

Langfristig sollen die Mittel des Fonds ebenso den Wiederaufbau der Sportstätten und -strukturen in der Ukraine unterstützen. 

Förderung beantragen:
Unterstützungsersuche für Projekte können von Sportvereinen und -Verbänden über ein Online-Formular beim DOSB beantragt werden – zum Formular. 

Das Formular ist mit den Eckdaten des initiierten Hilfsangebots sowie einem konkreten Unterstützungsersuch und der Eigenleistung der Organisation auszufüllen. Hierbei sollte auch dargelegt werden, inwiefern eine Bezuschussung aus dem Fonds kurzfristig eine Lücke schließen kann, die durch Eigenmittel oder aber auch Sozialleistungen für die Geflüchteten nicht geschlossen werden kann. Der Fonds leistet keine Vollfinanzierungen von mittel- bis langfristigen Projekten. Die Mittel werden von einem Gremium aus Vertreter*innen von DOSB, DSH, LSBs und der Stiftung Deutscher Sport bewilligt.

FAQs: Handreichung zur ersten Information

Um unsere Sportverbände und -vereine mit wichtigen Erstinformationen und weiterführenden Hilfestellungen zu unterstützen, beantworten wir an dieser Stelle häufig gestellte Fragen rund um Maßnahmen und Hilfsprojekte im Kontext von geflüchteten Menschen aus der Ukraine im Sport. Hinweis: Diese Übersicht dient als Handreichung zur ersten Information. Die Ausführungen haben keinen rechtlich verbindlichen Charakter. Wir sind darum bemüht, die Beiträge nach bestem Wissen zu verfassen und zu aktualisieren. 

Der organisierte Sport verurteilt die kriegerischen Handlungen der russischen Föderation in der Ukraine und fordert den Agressor auf, die Kriegshandlungen sofort zu beenden. Darüber hinaus bekennt sich Sportdeutschland zur wichtige Rolle des Sports bei der Integration und der sozialen Teilhabe von Geflüchteten.  

Der DOSB hat an diversen Stellen den sofortigen Ausschluss Russlands und Belarus aus der internationalen Sportfamilie gefordert (siehe „News zum Krieg in der Ukraine“). Es gilt Russland und Belarus vom internationalen Sport auszuschließen sowie russische und belarussische Sportfunktionär*innen von ihren Ämtern zu suspendieren. Weltweite Sanktionen auf allen gesellschaftlichen Feldern sind umso wirksamer, je mehr gesellschaftliche Akteure sich daran beteiligen. Das Ziel, den Krieg in der Ukraine schnellstmöglich zu beenden, rechtfertigt diesen Schritt, wenngleich davon auch Athlet*innen getroffen werden, die für diesen Krieg nicht verantwortlich sind. Auch der Sport muss hier seiner Verantwortung nachkommen und entsprechende Einschränkungen in Kauf nehmen. 

Die Konferenz der Landessportbünde hat in der „Ingelheimer Erklärung zur Ukraine“ den Krieg verurteilt und breite Maßnahmen beschlossen, um ihren solidarischen Teil zur Unterstützung beizutragen. Die Konferenz der Landessportbünde unterstreicht, dass der Sport für Völkerverständigung, Frieden und Solidarität steht.  

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine hat das Bundesprogramm "Integration durch Sport" unter dem Dach des DOSB ein Statement veröffentlicht. Auch das Bundesprogramm wird seinen Beitrag leisten, die geflüchteten Menschen aus der Ukraine bei Ihrer Ankunft und Ihrem Aufenthalt in Deutschland zu begleiten.  

Seit 4. März 2022 können Geflüchtete aus der Ukraine eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG), welcher die sogenannten Massenzustrom-Richtlinie der EU in deutsches Recht umsetzt, beantragen. Die Beantragung erfolgt bei der zuständigen Ausländerbehörde, die eine „Aufenthaltsgewährung zum vorübergehenden Schutz“ erteilt. Dieser gilt i.d.R. zunächst für 1 Jahr und kann bis zu max. 3 Jahren verlängert werden.  

Mit in Kraft treten der neuen Rechtsverordnung am 9. März 2022 ist ein vorübergehender rechtmäßiger Aufenthalt für Geflüchtete aus der Ukraine auch ohne Visum oder Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufenthG in Deutschland sichergestellt. Um die Einreise und den Aufenthalt zu erleichtern sind Geflüchtete aus der Ukraine vorübergehend vom Erfordernis eines Aufenthaltstitels befreit. Den Geflüchteten aus der Ukraine soll so die erforderliche Zeit zur Einholung eines Aufenthaltstitels gegeben und das Hineinwachsen in einen unerlaubten Aufenthalt vermieden werden. Bis zum 23. Mai 2022 muss eine Antragsstellung bei der zuständigen Ausländerbehörde erfolgen.  

Es wird grundsätzlich empfohlen, dass sich Geflüchtete aus der Ukraine bei der zuständigen Ausländerbehörde registrieren, da ihnen nur so die staatlichen Unterstützungsleistungen sowie der Zugang zum Arbeitsmarkt, zur Schule und auch zur medizinischen Versorgung ermöglicht werden kann. Ein Asylantrag ist nicht mehr zwingend erforderlich.  

Weitere Informationen gibt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Die EU-Innenminister*innen haben am 4. März 2022 erstmalig einen Rats-Beschluss zur Anwendung der sog. Massenzustrom-Richtlinie getroffen. Damit wurde in der gesamten Europäischen Union der Weg für die Erteilung eines humanitären Aufenthaltstitels für Geflüchtete aus der Ukraine frei, ohne dass diese zuvor ein Asylverfahren durchlaufen müssen. In der Folge haben Schutzsuchende aus der Ukraine europaweit Zugang zu Arbeit, Bildung sowie Sozialleistungen und medizinischer Versorgung.  

Für folgende Personengruppen findet die Richtlinie europaweit Anwendung:  

  • Ukrainische Staatsangehörige und ihre Familienangehörigen, die sich bis zum 24.02.2022 in der Ukraine aufgehalten haben  
  • Drittstaatsangehörige (EU-Ausländer) oder Staatenlose, die in der Ukraine internationalen Schutz oder einen gleichwertigen nationalen Schutzgenossen haben, sowie ihre Familienangehörigen, sofern sie sich vor dem oder am 24. Februar 2022 in der Ukraine aufgehalten haben 
  • Drittstaatsangehörigen (EU-Ausländer), die sich nachweislich vor dem oder am 24. Februar 2022 auf der Grundlage eines nach ukrainischem Recht erteilten gültigen unbefristeten Aufenthaltstitels rechtmäßig in der Ukraine aufgehalten haben und nicht sicher in ihr Herkunftsland zurückkehren können.  

In Deutschland wurde die „Massenzustrom-Richtlinie“ in § 24 des Aufenthaltsgesetzes umgesetzt (siehe oben).  

Weitere Informationen gibt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Geflüchtete aus der Ukraine dürfen gemäß Art. 12 Massenzustrom-Richtlinie in der EU arbeiten, Fortbildungen machen oder Praktika absolvieren. 

Weitere Informationen zum Bereich Arbeitserlaubnis für Geflüchtete aus der Ukraine können auf der eingerichteten Webseite des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aufgerufen werden.  

Geflüchtete aus der Ukraine, die eine Aufenthaltserlaubnis nach § 24 AufenthG erhalten, haben gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 3a Asylbewerberleistungsgesetz (AsylblG) Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Dies umfasst bspw. Leistungen wie Sozialhilfe oder auch das Bildungs- und Teilhabepaket. Ab dem 1. Juni 2022 erhalten Geflüchtete aus der Ukraine über die Jobcenter staatliche Grundsicherung, also die gleichen Leistungen wie etwa Empfänger des Arbeitslosengelds. 

Weitere Informationen zum Bereich Sozialleistungen für Geflüchtete aus der Ukraine können auf der eingerichteten Webseite des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aufgerufen werden.  

Die Solidarität und Hilfsbereitschaft ist in ganz Sportdeutschland und darüber hinaus spürbar – vom Breitensport bis zum Spitzensport. Engagierte Vereine und Verbände können auf eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten zurückgreifen – z.B. für die Umsetzung eines Sportangebots mit Geflüchtete oder für die übergangsweise Betreuung von Spitzernsportler*innen. 

So können Vereine oder Verbände, die sich mit Sportangeboten und integrativer Arbeit für Geflüchtete des Ukraine-Konflikts engagieren, finanzielle und organisatorische Unterstützung des Projekts „Integration durch Sport“ (IdS) beantragen. Das Bundesprogramm IdS wird durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) sowie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert und ist als Drittmittelprojekt beim DOSB angesiedelt. Das Programm wird durch die Landessportbünde umgesetzt. Aktuell beraten und begleiten 16 Landessportbünde und -jugenden knapp 2.000 Vereine und Verbände deutschlandweit. Weitere Informationen zum Bundesprogramm finden Sie hier.  

Zur Unterstützung des Leistungssport hat das Internationale Olympische Komitee den “Solidarity Fund for the Ukrainian Olympic Community” ins Leben gerufen. Die Mittel werden durch das Nationale Olympische Komitee der Ukraine verwaltet. 

Die große Hilfsbereitschaft aus dem organisierten Sport findet auf Bitten des DOSB auch Unterstützung im Bundesfinanzministerium (BMF). Das BMF hat in einem Schreiben vom 17. März 2022 steuerlich erleichternde Regelungen getroffen, die sich auch auf Sportvereine, die derzeit humanitäre Hilfe leisten, auswirken. Die steuerlichen Maßnahmen vereinfachen unter anderem den Spendennachweis, klären die Möglichkeiten von Spendenaktionen, sorgen für Erleichterungen bei der Mittelverwendung und bieten Gestaltungsmöglichkeiten über Billigkeitsregelungen.  

Die verschiedenen Regelungen – mit einer Geltungsdauer im Zeitraum vom 24.02.2022 bis 31.12.2022 – sind hier nachzulesen.

Aus Billigkeitsgründen ist eine beitragsfreie Trainingsbeteiligung von Kriegsflüchtlingen gemeinnützigkeitsrechtlich nicht zu beanstanden.

Sportvereine können Geflüchteten aus der Ukraine kostenfrei am Vereinssport beteiligen, ohne den Verlust der Gemeinnützigkeit zu riskieren. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat auf Anfrage des organisierten Sports eine Billigkeitserklärung abgegeben, damit Sportvereine, die Nichtmitgliedern kostenfreie Angebote zur Verfügung stellen, ihre Gemeinnützigkeit nicht verlieren.

Weitere Informationen sind den FAQs des Bundesministerium für Finanzen zu den steuerlichen Maßnahmen zur Unterstützung der vom Krieg in der Ukraine Geschädigten zu entnehmen.

Im organisierten Sport haben zahlreiche Verbände bereits sichergestellt, dass Geflüchtete aus der Ukraine bei der Sportausübung in den Vereinen über die Vereinsversicherung des einzelnen Sportverbands mitversichert sind, auch wenn sie keine Mitglieder im Verein sind. Abgedeckt sind für gewöhnlich Unfall- und Haftpflichtschäden.  

Sportvereinen wird daher geraten, den Versicherungsstand und den Anwendungsbereich beim jeweiligen Verband direkt abzufragen.  

Um Geflüchtete über das Sportvereinsleben zu informieren, haben die Mitarbeiter*innen im Bundesprogramm Integration durch Sport im Landessportbund Rheinland-Pfalz den „Sport-Guide für Geflüchtete“ in ukrainische Sprache übersetzen lassen. Der Guide beinhalten generelle Informationen zum deutschen Verbands- und Vereinswesen im Sport und ist daher auch als generelle Informationsquelle sehr gut geeignet. 

Der „Sport-Guide für Geflüchtete“ wurde erstmalig im Nachgang der sogenannten Flüchtlingswelle im Jahr 2015 in Englisch, Arabisch und Persisch angefertigt.  

DOSB-NEWS ZUM KRIEG IN DER UKRAINE

„Der Zugang zum Sport ist auch eine soziale Frage“

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und die Beauftragte für Antirassismus, Reem Alabali-Radovan, war zum…

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