Die stillen Helden der Einkleidung
Ohne Volunteers keine Team D Einkleidung: In München treffen Erfahrung und frisches Engagement aufeinander – getragen von Menschen wie Bärbel und Ludwig, die seit Jahren mit dabei sind.

20.01.2026

Am 19. Januar 2006 liegt eine frische, sportliche Brise über dem Fliegerhorst der Bundeswehr in Erding. Der Militärflughafen im Raum München empfängt die deutsche Delegation für deren Einkleidung für die olympischen Spiele in Turin. Ludwig Zistl, Feldwebel am Standort Erding ist mittendrin. „Die Einkleidung war damals viel simpler, keine Medien, keine Werbepartner. Die Athlet*innen haben ihre Bekleidung bekommen und sind dann wieder gefahren“, erzählt der 69-Jährige. Zwanzig Jahre später, wieder sind es Olympische und Paralympische Winterspiele in Italien, wieder findet die Einkleidung in München statt und wieder ist Ludwig mit dabei. Diesmal mit seiner Frau Bärbel.
Gemeinsam begleitete das Ehepaar aus Wang, ein Ort in der Nähe von Moosburg, nördlich von München, bereits fünf Einkleidungen. Für Ludwig ist es die insgesamt achte. „Weil die Einkleidung in Erding so gut geklappt hat, fand sie für die Winterspiele 2010 und 2014 wieder bei uns im Fliegerhorst statt. 2018 war die erste Einkleidung für mich außerhalb der Bundeswehr und die erste gemeinsam mit Bärbel. Das war damals im Postpalast in München.“ Auch Bärbel schwärmt von der Location: „Postpalast, Allianz Arena, das sind Orte an die kommst du normalerweise nicht. Zumindest nicht so nah und hinter die Kulissen.“ Für die Einkleidung im Raum München können die beiden pendeln, „für die Einkleidung in Düsseldorf für die Olympischen Sommerspiele in Paris und für die Spiele in Tokio sind wir mit dem Wohnmobil bis vor die Messehallen gefahren und haben dort übernachtet“, berichten die beiden. „Jetzt wo wir mehr Zeit haben, können wir sowas machen.“
Die beiden sportbegeisterten Menschen stecken sowohl die Athlet*innen, als auch alle Helfer*innen vor Ort mit ihrer Liebenswürdigkeit und Positivität an. Es dauert nicht lange bis die beiden auch bei dieser Einkleidung bekannte Gesichter sind. „Unter den Volunteers kennt man sich. Klar gibt es immer wieder neue Gesichter, aber es hat sich über die letzten Jahre ein fester Stamm herausgebildet“, erklärt Ludwig. Auch die Arbeit mit der Projektleitung und mit den Mitarbeitenden von DOSB und DSM ist mittlerweile Routine. „Der schönste Moment ist für uns das Wiedersehen mit den anderen Volunteers“, aber auch die Begegnung mit neuen Athlet*innen seien immer wieder besonders. Sie unterstützen in der Station „Schuhe & Accessoires“. Ob Sommer- oder Winterspiele, „wir sind immer von Anfang bis Ende da und begleiten jeden Tag der Einkleidung.“
Ohne die ehrenamtliche Unterstützung, wie die von Bärbel und Ludwig, wäre die Team D Einkleidung unmöglich und die Kleiderstangen in Sportdeutschlands größter Umkleide würden leer bleiben. Unter den rund 80 Volunteers sind Berufstätige, Studierende und Pensionierte. Erfahrene Volunteers und neue Engagierte arbeiten Hand in Hand und unterstützen bei den vielen unterschiedlichen Abläufen der Einkleidung. „Wir sind ein eingespieltes Team und auch die Zusammenarbeit mit neuen Volunteers klappt super“, erklärt Ludwig. Von dem Prozess der Einkleidung bis hin zu Umfragen helfen die Ehrenamtlichen, wo sie nur können. Und dafür sind wir dankbar.



