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Was ist größer - die Vorfreude oder der Berg an Ausrüstung?

Die Team-D-Einkleidung ist das Event vor den Olympischen und Paralympischen Winterspielen. Zwischen vollen Einkaufwagen und Team-D-Partnerständen begleite ich Para-Ski-Langlauf und -Biathlet Lennart Volkert durch das Event.

DOSB Redaktion
DOSB-Redaktion - Luca Hammelsbeck

13.01.2026

Zwei junge Männer in gelben Hoodies mit dem Aufdruck „Germany“ stehen an einem Tisch, lächeln und unterhalten sich. Im Hintergrund ist ein weiterer junger Mann zu sehen. Auf dem Tisch befinden sich technische Geräte und Informationsmaterial.

Im Trubel der Einkleidung ging alles ganz schnell. Das Para-Ski-Team erreichte das Messegebäude in München und wenige Minuten später ging es schon ans Eingemachte – die Einkleidung. „Wir machen heute jedoch nur die Anprobe. Bekommen tun wir die Sachen erst nach der offiziellen Nominierung“, sagt Lennart Volkert, oder, wie er sich mir vorstellt: Lenny. Er ist am Montag, dem fünften Tag der Einkleidung, mit seinem ganzen Team angereist, frisch vom Weltcup am Notschrei in Freiburg. Als Praktikant in der DOSB-Verbandskommunikation werde ich zwar nicht eingekleidet, darf Lenny aber begleiten. Die Runde drehen wir mit Langlauf-Teamkollege Max und Trainer Michael. 

Für uns alle ist es die erste Einkleidung. Für Michael sind es zwar schon die fünften Paralympics, „der Parasport war bisher jedoch immer etwas außen vor. Wir haben den Zettel von daheim ausgefüllt und dann gehofft, dass die Größen stimmen. Dieses Jahr sind auch wir voll eingeplant.“ Dazu ist der Montag einer der vollsten Tage der Einkleidung. Neben dem Para-Ski-Team sind die Eishockey-Männer und -Frauen sowie die Bob- und Schlittenfahrer*innen vor Ort – inklusive Staff. Aktionsstände aller Team-D-Partner, aber auch Fotografen, Journalistinnen und Fernsehteams füllen die MTC World of Fashion zusätzlich. 

Wir starten mit dem Key Piece, bestehend aus rotem T-Shirt und gelbem Hoodie. Die erste von 9 Stationen auf dem gut gefüllten Laufzettel der Athlet*innen. Die erste Hürde an jeder Station: die Suche nach der richtigen Größe. Zwischen XS und L ist bei den Dreien alles dabei. Haargenau wird von den Volunteers an den Kleidungsständen auf die richtige Zuordnung geachtet. Trainer und Staff erhalten im Gegensatz zu den Athlet*innen nicht alle rund 60 Teile der Kollektion. Wir arbeiten uns von Stand zu Stand, lassen uns dabei jedoch reichlich Zeit, schließlich soll die erste Paralympics-Einkleidung auch genossen werden und in Erinnerung bleiben. Animiert werden wir immer wieder von Mitarbeiter*innen der Team-D-Partner. Zwischen den Stationen Podium und Key Piece oder zwischen Oberteil und Hosen stehen deren Stände und laden ein zu Aktionen, Interaktionen und Informationen.

  • Porträtfoto von Lennart Volkert.

    Das war eine sehr coole Messe mit sehr, sehr vielen Klamotten. Die Vorfreude ist hier richtig spürbar, und auch die Partner-Angebote waren echt gut.

    Lennart Volkert
    Para-Ski-Langläufer & Para-Biathlet
    Team D Paralympics

    Während die Jungs und Trainer Michael, vertieft in die verschiedenen Kleidungsstücke, zwischen Umkleidekabine und Kleiderständer hin und her huschen, unterhalte ich mich mit Volunteers. „Heute ist wirklich viel los, doch der Ablauf funktioniert.“ Bei der Einkleidung zu den Sommerspielen 2024 seien Staus vor allem bei den Hosen entstanden, hier läuft alles reibungslos. Auch andere Athlet*innen berichten Positives von ihrer Einkleidung. „Der Ablauf hat sehr gut geklappt“, sagt Rennrodler Max Langenhan, als er hinter unseren Jungs wartet. 

    Am Stand für Schuhe und Accessoires werden wir gemeinsam mit den anderen Para-Ski-Jungs von einer der Social-Media-Verantwortlichen der Team-D-Paralympics-Kanäle „überfallen”. Sie stellt jedem die Frage: „Wer schläft am längsten?“ Nach kurzer Diskussion steht die Meinung der Gruppe fest und sie geben ihre besten Lenny-schläft-Imitationen vor der Kamera zum Besten. 

    „Man kann hier ordentlich Zeit verbringen“, sagt Lenny lachend, während wir zum nächsten Stand gehen. Ich stimme zu und merke, wie es allmählich ruhiger wird in der Halle. Der große Schwung scheint durch und wir gehören zu den letzten Gruppen. Trotzdem brauchen wir ohne Stau fast zwei Stunden, bis wir mit allem durch sind. Dann folgen noch Fotos, Interviews sowie Kampagnen- und Partneraktionen. Doch der Andrang ist bei den Jungs nicht so groß wie bei den Stars des olympischen Wintersports, „die Aufmerksamkeit für die Paralympics ist jedoch trotzdem immer groß“, erklärt mir Trainer Michael. „Doch zwischen den Paralympics und der Saison im Weltcup ist der Unterschied nach wie vor riesig.“ Daran habe auch gesteigertes Medieninteresse noch nichts geändert. Trotzdem ist Michael für die Zukunft positiv gestimmt, denn „die Entwicklungen gehen in die richtige Richtung.“

    Am Ende komme ich dann noch ins Gespräch mit Lenny. Der 22-Jährige berichtet mir, vor seinem leergeputzten Teller sitzend, von seinen Eindrücken. „Das war eine sehr coole Messe mit sehr, sehr vielen Klamotten. Die Vorfreude ist hier richtig spürbar, und auch die Partner-Angebote waren echt gut.“ Wie schon sein Trainer bestätigt mir Lenny seine aktuell gute Form. „Diese Saison habe ich schon drei Weltcupsiege eingefahren.“ 2025 holte er in Kanada einen Doppelsieg im Langlauf und im Biathlon. Am Wochenende vor der Einkleidung lag er am Notschrei im Biathlon erneut ganz vorn. Der Notschrei ist ein Berg in der Nähe von Freiburg. Im dortigen Trainings- und Wettkampfzentrum ist auch der DSV-Bundesstützpunkt Ski Nordisch und Biathlon beheimatet. Dort wohnt und trainiert Lenny mit seinem Para-Ski-Team.

    Das weitere Programm des Teams ist stramm. Am Montag ging es nach der Einkleidung direkt nach Finsterau zum nächsten Weltcuprennen, das am Mittwoch auf dem Programm steht. München lag glücklicherweise auf dem Weg zwischen den beiden Stationen. Nach einem weiteren Weltcuprennen in Polen geht es auch schon zu den Paralympics nach Italien, die vom 6. bis 15. März stattfinden. Lenny ist top motiviert für die Spiele, „es ist richtig cool, dass es in Italien ist, da können Freunde und Familie gleich mit.“ 

    Schweren Herzens trenne ich mich von der sympathischen Truppe des Para-Skis. Ein langer und anstrengender Tag liegt hinter uns. Die Stimmung ist bei allen trotzdem positiv, die Vorfreude auf die Spiele enorm – und das wichtigste Fazit aus DOSB-Sicht: die Einkleidung läuft.

    • Zwei Personen stehen auf Podesten in einer Sporteinrichtung. In der Mitte ein Mannequin. Es trägt eine Trainingsjacke mit der Aufschrift „Deutschland“. Die anderen beiden stehen daneben in sportlicher Kleidung. Im Hintergrund sind weitere Produkte und Displays zu sehen.
      Auf dem Podium mit Eishockeyspieler Alexander Ehl. / Foto: Team D
    • Vier Personen in gelben Sweatshirts sortieren Kleidung in einem Raum. Einige Taschen und Kartons sind auf dem Boden verteilt. Zwei Personen arbeiten an einem Tisch, während die anderen mit Kleidungsstücken beschäftigt sind.
      Die Koffer werden gepackt. / Foto: Team D
    • Drei Personen in gelben Sweatshirts mit der Aufschrift "Team Germany" posieren vor einer pinken Wand. Sie lächeln und machen eine lustige Geste mit ihren Händen. Im Hintergrund sind Logos von Partnern zu sehen.
      Lenny, Max und Michael (v.l.n.r.) am Hörer. / Foto: Team D
    • Zwei junge Erwachsene stehen zusammen in einem Raum. Die Frau trägt einen grauen Hoodie und einen Rock, hat eine Prothese am linken Bein und lächelt. Der Mann neben ihr trägt einen schwarzen Hoodie.
      Foto: Team D

      Über Mich

      Ich bin Luca, 23, und bin seit Oktober 2025 als Praktikant in der DOSB-Verbandskommunikation tätig. Ich studiere Sportwissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und begeistere mich für Pressearbeit und Journalismus im Sport. Als vollwertiges Teil des Teams durfte ich schon bei mehreren Events dabei sein und kann aktiv in der Kommunikation des DOSB mitwirken. 

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