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Ihre größte Belohnung? Das Strahlen im Gesicht der Athletinnen und Athleten!

Noch bis zum 20. Januar läuft in München die Team-D-Einkleidung für rund 500 Menschen für die Olympischen Spiele in Norditalien. Projektleiterin Clara Künstler erläutert, welche Logistik hinter einem solchen Event steckt.

DOSB Redaktion
DOSB Redaktion

13.01.2026

Eine Frau vor einem Kleiderständer
Clara Künstler leitet für die Deutsche Sport Marketing die Team-D-Einkleidung in München.

Wenn Clara Künstler in diesen Tagen gut schläft, ist das ein gutes Zeichen. Ruhige Nächte bedeuten, dass die Abläufe funktionieren. Und das ist entscheidend für alle, die vom 6. bis 22. Februar für Team Deutschland in Norditalien an den Start gehen werden. Seit dem 7. und noch bis zum 20. Januar, wenn der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) offiziell die Nominierung für rund 185 Athletinnen und Athleten bekannt gibt, werden in der MTC World of Fashion in München rund 500 Athlet*innen, Trainer*innen, Betreuer*innen und Funktionär*innen eingekleidet. Und weil die Einkleidung die größte und sichtbarste Plattform darstellt, die das Team D auf deutschem Boden bekommen wird, spielt Clara Künstler als Projektleiterin gerade eine ziemlich wichtige Rolle.

Das weiß die 33-Jährige auch, hört es aber nicht so gern, weil sie stets auf ihr Team verweist. „Ich weiß, dass ich mich auf jedes Teammitglied verlassen kann. Ich mag zwar diejenige sein, die Entscheidungen fällt und Probleme lösen muss, aber das, was wir hier machen, ginge nicht, wenn nicht auf jeder Position Menschen wären, die in dem richtig stark sind, was sie tun“, sagt die Eventmanagerin, die seit Juli 2021 bei der DOSB-Gesamtvermarktungs-Agentur Deutsche Sport Marketing (DSM) angestellt ist. Das von ihr geführte Kernteam umfasst rund 25 Personen aus allen relevanten Bereichen der DSM. Eine Stütze ist Sabine Krapf aus dem Games Management des DOSB, die den direkten Draht zu den Athletinnen und Athleten pflegt und mit ihrer Erfahrung an der Akkreditierung für den richtigen Vibe sorgt. Unterstützt wird das Team von bis zu 65 Volunteers, von denen täglich 35 bis 40 im Einsatz sind von der Kleidungsausgabe über die Unterstützung an den Fotostationen bis hin zu Auf- und Umbau. Koordiniert wird deren Einsatz vom DSM-Partner Messe Düsseldorf.

Begonnen hat Claras Projektarbeit im Dezember 2024. „Damals haben wir einen Kriterienkatalog erstellt, um ein Venue zu finden, das den Anforderungen an eine logistisch derart anspruchsvolle Veranstaltung genügt“, sagt sie. Im Januar 2025 hatte Tim Widua, Geschäftsführer der Erlebnisagentur wi-pro, der die DSM bei der Location-Suche unterstützte und nun als Koordinator dabei ist, fünf alternative Standorte ausfindig gemacht. „Wir haben nach einem Standort gesucht, der für die meisten Athletinnen und Athleten zentral liegt und gut erreichbar ist, wenn sie vor oder nach Wettkampfreisen ihre Bekleidung entgegennehmen wollen. Der Raum München lag da nahe“, sagt Clara. Die Wahl fiel schließlich auf die MTC World of Fashion: zwei Etagen, 3.000 Quadratmeter und die Möglichkeit, Athlet*innen-Abläufe, Medienaktivitäten und Partnerpräsentationen parallel zu organisieren.

  • Clara Künstler

    Unser Ziel ist ein nachhaltiger Auftritt und ein klarer Wiedererkennungswert für Team Deutschland bei den Olympischen und Paralympischen Spielen.

    Clara Künstler
    Projektleiterin Team-D-Einkleidung
    Deutsche Sport Marketing

    „Wir haben dann mit einem Organisationsteam, in dem aus jedem beteiligten Bereich eine Person dabei war, ein großes Kick-off mit Brainstorming gemacht, uns ein Konzept überlegt und Arbeitsgruppen gebildet“, sagt die in Bochum aufgewachsene und mittlerweile in Hamburg wohnhafte Projektleiterin, die in Göttingen zunächst vier Semester Jura studierte und dann, ihrer Leidenschaft folgend, auf Sport und Wirtschaft umschwenkte. Zunächst traf man sich alle 14 Tage zum Austausch, von Beginn der Crunchtime vor rund drei Monaten an dann wöchentlich. „Es sind einfach so viele Kleinigkeiten zu bedenken, dass es für ein Projekt dieser Größe einer solchen Taktung bedarf“, sagt sie.

    Mitte Dezember startete Ausrüstungspartner adidas mit der Anlieferung der Kollektion. Rund 43.000 Teile, mehr als 200 Paletten Ware, die wegen der Feiertage in kürzester Zeit sortiert, vorbereitet und strukturiert werden mussten. Ein wichtiges Ziel der Einkleidung ist, dass sie nachhaltig wirken und nicht als singuläres Event verstanden werden soll. „Unser Ziel ist ein nachhaltiger Auftritt und ein klarer Wiedererkennungswert für Team Deutschland bei den Olympischen und Paralympischen Spielen“, sagt Clara. Nicht nur die Medien haben die Bedeutung der Einkleidung als Plattform für ihre Aktivitäten verstanden, auch die Team-D- und IOC-Partner sind sich bewusst, wie sie ihre Kundschaft über die Verbindung mit erfolgreichen Spitzenathlet*innen erreichen können. „Wir haben in diesem Jahr 13 Partneraktivierungen, so viele wie noch nie, seit wir 2018 mit dem Konzept der Team-D-Einkleidung gestartet sind“, sagt die Projektleiterin.

    Für Clara Künstler bedeutet das lange Tage in der Halle: Teambriefings am Morgen, Abstimmungen, Rundgänge, Partnertermine - bis zu 20.000 Schritte läuft sie pro Tag durch die Räumlichkeiten. „Es gibt jeden Tag Dinge, die nachjustiert werden müssen“, sagt sie. „Aber der schönste Moment ist, wenn Athletinnen und Athleten die Location mit einem Lächeln verlassen. Gerade diejenigen, die sonst weniger im Rampenlicht stehen, sollen sich hier gesehen und wertgeschätzt fühlen.“

    Um sich selbst etwas Gutes zu tun und die Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten, geht Clara morgens gern in den Fitnessraum. „Mit Sport startet man einfach frisch in den Tag, außerdem möchte ich in diesem Jahr einen Halbmarathon laufen“, sagt die frühere Ruderin. Und für den erholsamen Nachtschlaf hat sie auch einen interessanten Trick parat. „Ich habe meinen eigenen Kissenbezug von zu Hause mitgebracht, das hilft mir“, sagt sie. Auf das eigene Bett freut sie sich trotzdem am meisten, wenn am 21. Januar um 12.00 Uhr die Location wieder übergeben worden sein wird.

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