Demografische Entwicklung

Die Botschaft steht seit Jahren im öffentlichen Raum. In ihrer Kurzformel heißt sie „demografischer Wandel“ und ihr doppelter Kern besagt: Die Bevölkerung der Bundesrepublik altert und wird kleiner. Beide Prozesse laufen schon einige Zeit, beide werden sich in den kommenden Jahrzehnten verstärken. Und beide wirken sich nicht nur weitreichend auf den Arbeitsmarkt (Pflegekräftemangel!) oder die sozialen Sicherungssysteme (Rentenversicherung!) aus, sondern auf alle gesellschaftlichen Bereiche, den Sport eingeschlossen. Deshalb lohnt ein Blick auf die entscheidenden Aspekte.

Mit dem demografischen Wandel werden Zahl und Anteil junger Menschen deutlich sinken: von 2008 knapp 16 Millionen auf etwa 10 Millionen im Jahr 2060 (19 respektive 14 bis 16 Prozent der jeweiligen Gesamtbevölkerung). Ebenso nimmt das Gewicht der Personen im erwerbstätigen Alter zwischen 20 und 65 Jahren von etwa 2020 an erheblich ab, nämlich von 48 Millionen (2008 waren es 50) auf 33 bis 36 Millionen im Jahr 2060. Dementgegen werden die Menschen über 65 Jahre mehr, in einer Kurve, die vor allem zwischen 2020 und 2035 steil verläuft. Von 16,7 Millionen im Jahr 2008 wächst ihre Zahl bis 2050 auf annähernd 23 Millionen, Hochaltrige wachsen zu einer großen Altersgruppe. Im Jahr 2060 wird jeder siebte Mensch über 80 sein, 2008 war es jeder Zwanzigste.

Auswirkungen auf den Sport

Natürlich kann der organisierte Sport nicht unberührt bleiben vom demografischen Wandel. Einstweilen aber  haben Altern und Schrumpfen der Gesellschaft wenig Spuren in seinen Statistiken hinterlassen – nicht jedenfalls in der Gesamtzahl der bei den Landessportbünden (LSB) gemeldeten Vereinsmitglieder (siehe Erklärung unten). Sie lag laut Bestandserhebung des DOSB für 2012 bei 23,72 Millionen. Das entspricht dem erstmals 2006 (23,71) erreichten, nahezu stabilen Niveau der Vorjahre.

Die Angaben in diesem Text beziehen sich sämtlich auf die sogenannten A-Zahlen der DOSB-Bestandserhebungen. Diese ergeben sich daraus, dass die Vereine ihre persönlichen Mitglieder an den jeweiligen Landessportbund respektive -verband melden. Die B-Zahlen, die an Spitzenfachverbände und Verbände mit besonderen Aufgaben gemeldet werden, liegen höher, gelten aber als weniger genau. Wobei auch die A-Zahlen Unschärfen enthalten. Mitglieder zum Beispiel, die zwei Vereinen angehören, werden doppelt gezählt, Kursteilnehmende ohne Mitgliedschaft wiederum bleiben außen vor.

Konsequenzen

Der Sport hat den Beginn des demografischen Wandels gut überstanden. Aber die Herausforderung wird größer, und sie ist nur zu bewältigen, wenn sich Verbände und Vereine umfassend darauf einstellen. Es geht darum, Nachteile der Bevölkerungsentwicklung abzufedern und Vorteile auszubauen - der Wandel eröffnet ja auch Chancen.

Um diese Chance zu nutzen, müssen die Organisationen des Sports vermehrt strategisch denken und handeln: Es braucht einen Struktur- und Kulturwandel, dessen Basis allerdings schon gelegt ist. Sie besteht in Programmen und Initiativen, mit denen der DOSB und seine Mitgliedsorganisationen einzelne Zielgruppen ansprechen – eine separate, spezielle Ansprache wird im Zuge des demografischen Wandels wichtiger werden.

Service & Downloads

Kontakt im DOSB:

Ute Blessing, Fachgebiet "Sport der Generationen"

Telefon: 069 / 6700-295

Telefax: 069 / 6700-1295

E-mail: blessing-kapelke(at)dosb.de

 

Weiterführende Links:

Bundesinstitutionen:

Wie viele Einwohner hat Deutschland voraussichtlich 2020? Wie haben sich Geburtenrate, Lebenserwartung, Zu- und Abwanderung entwickelt? Was genau sind Zensus und Bevölkerungsvorausberechnung? Diese und ungezählte weitere Fragen zum Thema beantworten Einrichtungen des Bundes:

Statistisches Bundesamt

Demografieportal des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung

Denkfabriken:

Auch sogenannte Thinktanks, prvivatfinanzierte oder gemeinnützige Denkfabriken, betreiben Bevölkerungsforschung. Sie erarbeiten eigene Studien und Projekte als auch Lösungsansätze. Zum Beispiel:

Berlin-Institut

Bertelsmann-Stiftung

Max-Planck-Institut für demografische Forschung

 

Außerdem:

Deutsche Gesellschaft für Demographie     

Partner "Sport für Alle"

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