Bäder erhalten - Schwimmausbildung sichern

Halbzeit in der Sommersaison 2006. Die Sonne hat  sehr zur Freude vieler Millionen Urlauber seit Wochen Deutschland mit  teilweise tropischen Temperaturen versorgt.

Das traumhafte Sonnenwetter hat aber auch seine Schattenseiten. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat bis Ende Juni annähernd 300 tödliche Badeunfälle registriert. Nach Angabe der Gesellschaft bedeutet dies einen Anstieg von über 25% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Als Gründe nennt die DLRG die lange Hitzeperiode, die sehr viele Menschen zur Abkühlung an die Küsten und Binnengewässer treibt. „Leichtsinn, Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, Unachtsamkeit  und das Missachten der einfachsten Baderegeln sind die Hauptursachen für den Anstieg der Todesfälle durch Ertrinken“, so DLRG-Präsident Dr. Klaus Wilkens.

 

Die meisten Unfälle an unbewachten Badestellen

„Die meisten Unfälle ereigneten sich wieder an den vielen unbewachten Badestellen an Binnengewässern. Das Baden an unbewachten Seen und Flüssen ist um ein Vielfaches risikoreicher als in Schwimmbädern und an den Küsten von Nord- und Ostsee“, nennt der DLRG-Präsident die wichtigsten Gefahrenstellen. „Um diese Gefahrenstellen zu entschärfen und die Menschen sicherer zu machen, brauchen wir Gefahrenanalysen für Seen und Flüsse und die Einrichtung von Sicherungsmaßnahmen. Hier sind die Kommunen und Landkreise aufgefordert, für die erforderliche Sicherheit zu  Sorgen“, sieht Dr. Wilkens in vielen Regionen Handlungsbedarf.

 

DLRG-Präsident Dr. Wilkens sieht flächendeckende Schwimmausbildung gefährdet

Am 24. Juli besuchte der Schirmherr der humanitären Organisation, Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler, mit seiner Ehefrau die Lebensretter auf der Nordseeinsel Norderney.  DLRG-Präsident  Dr. Wilkens informierte Bundespräsident Köhler über die Leistungen der größten Wasserrettungsorganisation der Welt, aber auch  über die Sorgen des Verbandes. Deutliche Worte fand Dr. Wilkens zur Situation der Schwimmausbildung in Deutschland. Die lokale - nur an der Haushaltslage der Kommunen ausgerichtete - Bäderpolitik verhindere eine abgestimmte Sportstättenentwicklung. Den schwimmausbildenden Verbänden, aber auch den Schulen werde die Arbeit erschwert, den lokalen Verbänden häufig die Existenzgrundlage entzogen. „Vor diesem Hintergrund fällt es Verbänden wie der DLRG zunehmend schwerer, ihre Ausbildungsaufgaben flächendeckend aufrecht zu erhalten“, so der DLRG-Präsident, der auch ein Bekenntnis der Politik zu der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Vorbeugung gegen das Ertrinken forderte.

 

DLRG setzt sich für Erhalt und Neubau von Bädern ein

Die Rotstiftpolitik der Städte und Gemeinden hat an Fahrt gewonnen. Lange Wartezeiten bei Schwimmkursen, weite Anfahrtswege zum nächsten Bad, verbunden mit erheblichen Kosten sowie einem hohen organisatorischen Aufwand etwa in der Schulschwimmausbildung, sind die Folgen. „Wer seine Verantwortung für die junge Generation ernst nimmt und ihr Chancen bieten will, der darf keine Bäder schließen. Die DLRG wird sich gemeinsam mit dem gesamten Sport und insbesondere den Wassersport treibenden Verbänden nachhaltig für den Erhalt der Bäderlandschaft und den Bau neuer Bäder einsetzen“, skizziert Dr. Wilkens die Ziele der DLRG.


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