Bergsportrisiko historisch niedrig

Bezogen auf die Mitgliederzahlen des Deutschen Alpenverein (DAV) hat es im vergangenen Jahr noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1952 so wenige Todesfälle gegeben.

Der DAV empfiehlt Bergsportlerinnen und Bergsportlern, sich bei der Tourenplanung richtig einzuschätzen. Foto: DAV/Wolfgang Ehn
Der DAV empfiehlt Bergsportlerinnen und Bergsportlern, sich bei der Tourenplanung richtig einzuschätzen. Foto: DAV/Wolfgang Ehn

Im Berichtszeitraum sind insgesamt 1178 Alpenvereinsmitglieder von Unfällen und Notfällen betroffen gewesen. Ein Jahr zuvor waren es noch 1245 Betroffene – also 67 mehr. Bei den tödlich Verunfallten ist der Rückgang noch viel deutlicher ausgeprägt. Kamen im Jahr 2017 insgesamt 41 Alpenvereinsmitglieder beim Bergsport ums Leben, so waren es im vergangenen Jahr 31 Personen. Weniger Tote – nämlich 30 – gab es in der 67-jährigen Geschichte der DAV-Bergunfallstatistik nur 2016. Allerdings hatte der DAV zu der Zeit nicht knapp 1,3 Mio. Mitglieder wie zur Zeit, sondern rund 170.000 weniger. Insofern liegt die Quote der tödlich Verunfallten für das Jahr 2018 auf einem historischen Tiefststand.

Die Rückgänge der Unfälle mit Verletzungsfolgen und mit Todesfolge entsprechen einem langjährigen Trend und sind deshalb wenig überraschend. Eine echte Überraschung ist hingegen der Rückgang der Blockierungen – also jener Notfälle, bei denen die Betroffenen zwar unverletzt sind, aber nicht mehr vor und zurück kommen und gerettet werden müssen. In den letzten Jahren kannte die Kurve der Blockierungen nur eine Richtung – nach oben. "Zum ersten Mal, seitdem wir diesen Notfall-Typ in unserer Statistik erfassen, gehen die Blockierungen jetzt zurück, und das auch noch deutlich", zeigt sich auch DAV-Sicherheitsforscher Christoph Hummel überrascht. "Von einer Trendwende würde ich nach einem Jahr aber noch nicht sprechen." Bei den Erklärungen ist sich der Experte auch entsprechend vorsichtig: "Die Bergwachten verzeichnen weiterhin zunehmende Blockierungen. Dort ist allerdings das gesamte Notfallgeschehen abgebildet." Im Unterschied dazu schaue die DAV-Bergunfallstatistik nur auf die DAV-Mitglieder. "Möglicherweise beginnen unsere Appelle zumindest bei den Alpenvereinsmitgliedern langsam zu fruchten. Seit Jahren empfehlen wir den Bergsportlerinnen und Bergsportlern, sich bei der Tourenplanung richtig einzuschätzen." 

Der Deutsche Alpenverein veröffentlicht seit 1952 eine Bergunfallstatistik. Der aktuelle Berichtszeitraum reicht vom 1. November 2017 bis zum 31. Oktober 2018 und umfasst je eine komplette Winter- und Sommersaison in den Bergen. Datengrundlage sind ausschließlich Unfälle von DAV-Mitgliedern.

(Quelle: DAV)


  • Der DAV empfiehlt Bergsportlerinnen und Bergsportlern, sich bei der Tourenplanung richtig einzuschätzen. Foto: DAV/Wolfgang Ehn
    Der DAV empfiehlt Bergsportlerinnen und Bergsportlern, sich bei der Tourenplanung richtig einzuschätzen. Foto: DAV/Wolfgang Ehn

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