Den 2. Sportkongress des LSB Hessen nutzen 350 Neugierige als Fortbildungsbörse

„Grünes Licht für mehr Bewegung im Sportland Hessen.“ Mit diesen Worten stimmte Professor Winfried Banzer, Beauftragter für Sport und Gesundheit im Landessportbund Hessen (lsbh), 350 Neugierige auf den 2. Sportkongress des lsbh ein.

"Sportvereine arbeiten schon seit Jahren gesundheits- und bewegungsbezogen, so Professor Banzer. Copyright: picture-alliance
"Sportvereine arbeiten schon seit Jahren gesundheits- und bewegungsbezogen, so Professor Banzer. Copyright: picture-alliance

Banzers Perspektive: „Der Sport wird sicherlich wichtiger werden.“ LSB-Präsident Rolf Müller unterstrich: „Die Vereine sind sich ihrer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und nehmen sie ernst.“ Ralf-Rainer Klatt bilanzierte an beiden Tagen hohes Niveau von Referenten und Seminaristen sowie tiefgründigen Dialog zwischen Theorie und Praxis. Das LSB-Vorstandsmitglied für Breitensport und Sportentwicklung möchte dennoch nicht nur diese Qualität pflegen. Klatts Ziel heißt parallel dazu: Gesundheitssport auf Bedürfnisse und Erwartungen der Breite, der Region, von Kommunen und ländlichen Bereichen zuschneiden und neben Bürgern oder Familien verstärkt Kommunalpolitiker, Ärzteschaft, Lehrer und Kassen sensibilisieren. 

Die Wissbegierigen, etwa 80 Prozent Frauen (davon 80 Prozent Übungsleiterinnen), waren auf Praxis gepolt, weniger auf Theorie und weise Einsichten. Das Übergewicht der Praxis (80 Prozent) unterstrich auch Klaus Astheimer, Mitglied im Landesausschuss Breitensport und Sportentwicklung: „Wir mussten einige Theorie-Angebote absagen, mangels Interesse. Aber Theorie gehört eben auch dazu.“ Die Vielfalt der Bewegung bildete sich in der Vielfalt des Kongress-Programms ab. Fitness, Bewegung, Ernährung dominierten vor Wellness und Entspannung oder Sportentwicklung und Gesundheits-Management. 

Professor Banzer betonte: „Sportvereine arbeiten seit Jahrzehnten schon gesundheits- und bewegungsbezogen. Wir haben es nicht nötig, auf jeden Zug aufzuspringen.“ Dennoch: Der Gesundheitszustand der Gesellschaft verschlechtere sich dramatisch. Inzwischen sterben weltweit (Afrika ausgenommen) mehr Menschen an nicht übertragbaren, chronischen Krankheiten als an Infektionskrankheiten. Deutschland liegt in der Bewegungstabelle unter 14 Industrie-Nationen auf Rang acht und firmiert als „dickstes Land“ (Banzer) in Europa. 75 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen sind übergewichtig, 25 Prozent fettleibig. Banzer: „Jede Woche erscheint eine neue Diät, funktionieren tun die wenigsten.“ 15 Prozent der Kinder sind übergewichtig, sechs Prozent adipös (fettleibig). Banzer: „Die aktiv zurückgelegten Wegstrecken bei Kindern haben sich nahezu halbiert.“ 

Auch kognitive Belastungen (Schulstress) verlangen motorischen Ausgleich. Ohne Bewegung läuft nichts. Banzer: „Präventive Bewegung reduziert das Risiko koronarer Herz-Krankheiten um 20 Prozent.“ Dreimal pro Woche 30 Minuten senken nach wenigen Monaten die Herzfrequenz um zehn Schläge. Das sind 14.000 weniger in der Stunde und fünf Millionen im Jahr. Diabetes II (Alterszucker) wird heute schon bei Zwölfjährigen gefunden. Die Kosten für diese Zivilisationskrankheit belaufen sich inzwischen auf 15 Milliarden Euro im Jahr. Bewegung - „macht die Seele schlau, macht Kinder schlau“ - hat neben körperlichen auch geistige Effekte - in jungen Jahren und im hohen Alter.


  • "Sportvereine arbeiten schon seit Jahren gesundheits- und bewegungsbezogen, so Professor Banzer. Copyright: picture-alliance
    "Sportvereine arbeiten schon seit Jahren gesundheits- und bewegungsbezogen, so Professor Banzer. Copyright: picture-alliance

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