DOSB-Ethikpreisträger Prof. Pilz vollendet 75. Lebensjahr

Prof. Dr. Gunter A. Pilz, der Ethikpreisträger des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), vollendet am 5. Dezember 2019 sein 75. Lebensjahr.

2012 erhielt Prof. Gunter A. Pilz den DOSB-Ethikpreis. Foto: DOSB
2012 erhielt Prof. Gunter A. Pilz den DOSB-Ethikpreis. Foto: DOSB

Der renommierte Soziologe hat sich einen Namen als Gewalt- und Konfliktforscher im Sport gemacht. Der gebürtige Baden-Badener Pilz arbeitete von 1975 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2000 im Arbeitsbereich Sport und Gesellschaft im Institut für Sportwissenschaft der Leibniz Universität Hannover, wo er im Anschluss daran noch die von ihm gegründete Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit (KoFaS) bis 2016 geleitet hat. Heute steht er der neu formierten KoFaS gGmbH noch als Berater zur Seite. 

Gunter A. Pilz Pilz studierte an den Universitäten in Freiburg, München und Zürich die Fächer Soziologie, Psychologie und Volkswirtschaftsehre und war direkt nach dem Studium zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut der Eidgenössischen Turn- und Sportschule Magglingen in der Schweiz tätig. Zu seinem umfangreichen Werk mit Publikationen im dreistelligen Bereich gehören vorwiegend die Schwerpunktthemen Sport und Gewalt, Fußball-Fankultur, Rechtsextremismus im Sport, aber auch das Konzept der Bewegten Schule. Stellvertretend für andere sollen hier noch einmal die beiden von ihm herausgegebenen Taschenbücher „Sport und körperliche Gewalt“ (Reinbek 1982) und „Sport und Verein“ (Reinbek 1986) in Erinnerung gerufen werden, die als Bände Nr. 7603 und Nr. 7627 in der Reihe „Arbeitsbücher Sport“ viel Resonanz in Fachkreisen, aber auch in der weiten Sportöffentlichkeit gefunden hatten. Im Jahre 2008 wurde Pilz eine Honorarprofessur an der Hochschule Hannover verliehen. 

Im Jahre 1985 gehörte Pilz, der u.a. als langjährig als Gutachter für das Bundesinnenministerium fungiert und Forschungsprojekte im Auftrag des Bundesinstituts für Sportwissenschaft geleitet hat, zu den Initiatoren des bundesweit ersten (Fußball-)Fan-Projektes in Hannover. Diese Projekte, die eine positive, weil gewaltfreie Fankultur rund um den Fußball unterstützen helfen sollen, haben sich mittlerweile im gesamten Profifußball in Deutschland etabliert. Auf Vorschlag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wurde Prof. Gunter A. Pilz am 6. September 2012 für seine hervorragenden Verdienste um „Fairplay – das ethische Potenzial des Sports“ in Hannover durch den seinerzeit amtierenden DOSB-Präsidenten Thomas Bach in einer Feierstunde im niedersächsischen Landtag vor über 100 geladenen Gästen mit dem DOSB-Ethikpreis ausgezeichnet. Danach wurden ihm zwei weitere Ehrungen zu Teil: am 20. April 2017 die Verleihung der Silbernen Ehrennadel des DFB in Würdigung seiner Verdienste um den deutschen Fußballsport und am 14. August 2017 die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande. 

Auch mit nunmehr 75 Jahren engagiert sich der in Nienhagen im Landkreis Celle lebende Jubilar weiterhin in etlichen Gremien aktiv für den organisierten (Fußball-)Sport: So ist er u.a. bis heute Mitglied im Beirat der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) bei der Deutschen Sportjugend; im DFB ist er Vorsitzender der AG Fairplay & Gewaltprävention sowie Mitglied in den Kommission „Gesellschaftliche Verantwortung“ und „Prävention, Sicherheit und Fankultur“ in der AG Vielfalt; ferner wird seine Expertise in beratender Funktion im DFB immer noch gehört vorzugsweise bei den Themen gesellschaftliche Verantwortung, Fairplay, Gewaltprävention, Vielfalt und Antidiskriminierung; Gunter A. Pilz ist Schirmherr der Foto-Wanderausstellung gegen Rechtsextremismus „Sei eine Stimme“ der Aktion Liebe Deinen Nächsten e.V. In der Daniel Nivel Stiftung leitet Pilz als Vorsitzender die Arbeitsgruppe „Aktivitäten und Projekte“, die gerade zwei Pilotprojekte in Deutschland und Frankreich zum Abbau von Feindbildern zwischen Fans und Polizei in Auftrag gegeben hat. Außerdem hat er den Vorsitz des Netzwerkes „Sport & Politik für Fairness, Respekt und Menschenwürde“ inne. 

Dem Jubilar, der sich nach eigenen Angaben nun mit Blick auf die nahende Vollendung des 80. Lebensjahrzehnts eigentlich mehr dem Privatleben mit Ehefrau Hilda widmen wollte, stellen sich aber derzeit schon neuerliche Herausforderungen mit einer Laufzeit von mindestens drei weiteren Jahren: Das neue DFB-Konzept für Integration und Vielfalt „Fußball für Alle – Gemeinsam für Teilhabe, Zugehörigkeit und Vielfalt in der Migrationsgesellschaft“ soll mit Unterstützung von Gunter A. Pilz mit viel Leben gefüllt werden. Im Blick auf die EURO 2024 in Deutschland setzt man u.a. auf seine Mitwirkung u.a. bei der Entwicklung und Umsetzung der geplanten Leuchtturmprojekte zu Fair Play (Auszeichnung der Fair Play Geste des Tages und Fairness-Botschaften von Fans für Fans) und die Entwicklung eines Fan-Verhaltenskodexes für und mit den mit Fans. So bleibt am Ende neben zahlreichen Glückwünschen, die  den Jubilar an seinem 75. Ehrentag nicht nur, aber auch aus der Welt des Fußballs erreichen werden, nur die Hoffnung, dass ihm wenigstens zwischendurch größere Zeitfenster geöffnet bleiben – vorzugsweise für Touren mit dem Wohnmobil bis in skandinavische Regionen und zum beswingt-rockigen Musizieren mit der im Herbst erst gegründeten (gemischtgeschlechtlichen) Rock- und Blues-Band: „Nikhilesh and the Grandmamas and -papas“.

(Quelle: DOSB/Prof. Detlef Kuhlmann)


  • 2012 erhielt Prof. Gunter A. Pilz den DOSB-Ethikpreis. Foto: DOSB
    Porträt von Prof. Gunter A. Pilz Foto: DOSB

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