Erfolgsgeschichte Duale Karriere: Tim Sebastian

Tim Sebastian begleitete früher seine große Schwester zum Training, wurde von der Faszination Sportakrobatik angesteckt, gewann die Goldmedaille bei den World Games und studiert Bauingenieurwesen.

Erfolgreich im Sport und im Studium: Tim Sebastian; Foto: privat
Erfolgreich im Sport und im Studium: Tim Sebastian; Foto: privat

Ausgangsituation

Meine große Schwester war damals Sportakrobatin, ich begleitete sie des Öfteren in die Halle und konnte ihr zuschauen. So ergab es sich, dass ich im Alter von drei Jahren selbst mit Sportakrobatik begann, weil es mir in erster Linie als Kind riesigen Spaß machte.

Bis ich mich für den Weg zum Leistungssport entschied, hat es einige Jahre gedauert. 2009 war ich in der nationalen Spitze angekommen und in der Jugendnationalmannschaft. Als ich 2010 auch erstmals an der Jugendweltmeisterschaft teilnehmen konnte, war definitiv Alles auf den Leistungssport ausgerichtet.

Schule

Ich hatte das Glück seit der 5. Klasse auf dem Sportgymnasium in Dresden zu sein. So konnte ich die Oberstufe auf drei Jahre strecken und Training und Schule besser parallel meistern. 2014 absolvierte ich erfolgreich mein Abitur und mir war bereits klar, dass ich gerne Bauingenieurwesen studieren wollte.

Auch sportlich veränderte ich mich nach dem Abitur und wechselte meinen Trainingsort nach Riesa, um dort beim Bundestrainer trainieren zu können und nochmals einen Leistungssprung sowie den Anschluss an die Weltspitze im Erwachsenenbereich zu schaffen.

Studium/Beruf

2014 begann ich ein Duales Studium an der TU Dresden, was zum einen das Diplomstudium Bauingenieurwesen beinhaltet und zum anderen eine Fachausbildung zum Beton- und Stahlbetonarbeiter. Meine Ausbildung habe ich bereits erfolgreich absolviert und im Anschluss sogar schon ein halbes Jahr Teilzeit (20h pro Woche) in diesem Beruf gearbeitet. Dabei hatte ich stets die vollkommene Unterstützung meines Arbeitsgebers und konnte sogar danach meine größten sportlichen Erfolge feiern. Damals gewann ich die Goldmedaille in der Sportakrobatik bei den World Games und war damit der erste Athlet in der Geschichte Deutschlands.

Ich konnte während der gesamten Zeit immer auf meine Eltern und ihren Rückhalt bauen. Um Schule und Sport jederzeit unter einen Hut zu bekommen, war immer ein perfektes Zeitmanagement und ein optimal durchstrukturierter Tag nötig. Es war nicht einfach, in jedem Bereich - ob Schule, Training, Studium oder Arbeit - voll fokussiert zu sein, aber durch verschiedene Schwerpunktsetzungen in den richtigen Momenten war es machbar, einen guten Weg zu finden und alles zu meistern.

Im Sommer 2017 wechselte ich von der TU Dresden an die HTW Dresden, da es an dieser Hochschule eine Kooperation mit dem OSP gibt, die es mir ermöglicht, das Studium noch besser mit meinem Sportalltag zu verbinden. Alle bisher erbrachten Leistungen an der TU konnten mir anerkannt werden und so konnte ich das weitere Studium reibungslos anschließen. Mein Studium läuft nun noch erfolgreicher und sobald ich mein Diplom erfolgreich absolviert habe, möchte ich gerne im Hochbau in der Bauleitung tätig werden. Mein Ziel ist es dort für die Abwicklung verschiedenster Projekte die Verantwortung inne zu haben und die Abläufe durchzuplanen.

Mein Umfeld und was ich anderen Sportlern raten kann

Leider zählt die Sportakrobatik zu den nicht-olympischen Sportarten und daher ist es manchmal nicht so einfach für mich Unterstützung zu erhalten bzw. zu wissen, welche ich überhaupt in Anspruch nehmen kann. Ich arbeite aber sehr gut mit der Laufbahnberaterin am OSP zusammen und dies hilft mir dabei, Alles zu sortieren und in die richtigen Bahnen zu lenken.

Ich kann jungen Sportlern nur raten, sich neben dem Sport ein zweites Standbein aufzubauen, was einen nach dem Sport weitertragen kann und was man mit gleicher Leidenschaft und Intensität wie den Sport verfolgt. Daher ist es wichtig sich einen Studiengang oder eine Ausbildung zu suchen, die einen wirklich interessiert und worauf man Lust hat. Man kann Alles miteinander vereinbaren, wenn genug Motivation und Wille vorhanden ist. Der Sport ist leider nur für eine begrenzte Zeit unser Lebensmittelpunkt und daher sollte man sich vorbereiten, für den Großteil des Lebens nach dem Sport auch noch ein glückliches und genauso ausgefülltes Leben führen zu können.

Auch wenn es rückblickend teilweise sehr anstrengend und stressig war, würde ich nichts anders machen. Ich habe bei meinen Ausbildungsschritten immer etwas lernen können, was ich für den weiteren Weg mitnehmen konnte. Alles ist dem Ziel untergeordnet sowohl den maximalen Erfolg im Sport als auch später im Beruf zu erreichen. Getreu nach dem Motto „Von nichts, kommt nichts“.

Also verliert niemals euer Ziel aus den Augen, seid fokussiert und teilt euch eure Energie im Alltag richtig ein, um alles Nötige meistern zu können. Aber auch eine Auszeit ist ab und zu mal wichtig, um sich neu konzentrieren zu können und nicht vom richtigen Weg abzukommen.

Zur Webseite Duale Karriere >>>

(Quelle: DOSB)


  • Erfolgreich im Sport und im Studium: Tim Sebastian; Foto: privat
    Erfolgreich im Sport und im Studium: Tim Sebastian; Foto: privat
  • Tim Sebastian in Aktion mit seinem Partner: Die Sportakrobatik verlangt höchste Konzentration. Foto: privat
    Tim Sebastian in Aktion mit seinem Partner: Die Sportakrobatik verlangt höchste Konzentration. Foto: privat

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