Faszination Olympia - Olympische Spiele in Deutschland

 

Eine Podiumsdiskussion in Berlin vermittelte erste Orientierungsdaten

 

Der Veranstaltungsort hätte wohl kaum sportgeschichtsträchtiger gewählt werden können: Im Vortragssaal des Deutschen Sportforums

auf dem weitläufigen Gelände des im Umbau befindlichen Berliner Olympiastadions präsentierten sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion "höchst inoffiziell" mit den Regionen Rhein-Ruhr (Düsseldorf) und Rhein-Main (Frankfurt) sowie der Stadt Leipzig drei der Olympiainitiativen, die bisher neben weiteren interessierten Städten Signale für eine mögliche deutsche Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2012 gegeben haben. Rund 150 Medienvertreter und Verantwortliche aus Sport und Wirtschaft waren der Einladung der Führungs-Akademie Berlin des Deutschen Sportbundes (DSB) und des Verbandes Deutscher Sportjournalisten zu diesem Informations- und Gedankenaustausch gefolgt.

Das Nationale Olympische Komitee für Deutschland (NOK) wird auf seiner Sitzung am 3. November dieses Jahres darüber entscheiden, ob Deutschland sich überhaupt für die Sommerspiele 2012 bewerben wird: "Ich denke, wir werden dort eine positive Entscheidung treffen", prognostizierte NOK-Präsident Walther Tröger gleich in seinem Eingangsstatement und eröffnete so den Gesprächspartnern reichlich Gelegenheit zur Formulierung persönlicher Visionen und Versionen; immer wieder geschickt inszeniert mit Fragen von ORB-Chefredakteur Hagen Bosdorf als Leiter der Podiumsdiskussion.

Der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen bezeichnete neben der Nachwuchsförderung und der Unterstützung des Spitzensports in der Region auch die politische Akzeptanz des Sports auf Länderebene als ein wichtiges Kriterium, das bei der deutschen Auswahl von Bewerbungen zur Vergabe von Olympischen Spielen berücksichtigt werden sollte: "Wir können keine Bewerbung einer Region zulassen, wo gerade die dritte Sportstunde wieder gestrichen wird." Wirtschaftsmanager Hans Wilhelm Gäb, zugleich Vorstandsmitglied der Stiftung Deutsche Sporthilfe, sprach im Falle einer deutschen Bewerbung von einem großen zu erwartenden wirtschaftlichen Mobilisierungseffekt für die entsprechende Region - mehr noch: "Mit Olympia kann man ein positives Thema international imageträchtig für Deutschland besetzen."

Der DSB-Präsident glaubt sogar jetzt schon eine gewisse Olympia-Euphorie in der Bevölkerung zu spüren. Er warb auch dafür, den Zeitraum bis zur nationalen Entscheidung für eine Bewerberstadt bzw. -region möglichst kurz zu halten, um Kräfte und Ressourcen nicht unnötig in einem Bewerbungs-Wettkampf zu verschleudern, sondern statt dessen dort einzusetzen, wo sie für den Sport dringend gebraucht würden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird erst im Jahre 2004 die Olympischen Sommerspiele 2012 vergeben.

Zu Beginn der Veranstaltung hatten drei der olympiainteressierten Städte die Gelegenheit zu einer Media-Kurz-Präsentation wahrgenommen, um über den Stand der Bewerbungsvorbereitungen zu informieren: Während der Vertreter der Region Rhein-Main/Frankfurt u.a. mit (sport-) historischen Impressionen warb und die Fertigstellung einer in Auftrag gegebenen Olympiastudie für Oktober dieses Jahres ankündigte, verwies der Olympia-Beauftragte der Stadt Leipzig, Burkhard Jung, auf die Einbeziehung von Partnern der Region und nannte neben Leipzig noch Halle, Chemnitz, Riesa und Dresden als weitere mögliche Austragungsorte. Für das Gebiet Rhein-Ruhr mit Düsseldorf als möglicher offizieller Kandidatenstadt bezeichnete Werner Stürmann vom Aufsichtsrat der Olympia Rhein-Ruhr GmbH u.a. den Modernisierungsschub für das Land insgesamt und für den Sport speziell als wichtige Leitmotive der NRW-Olympiainitiative.

Dr. Detlef Kuhlmann


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