Frühling im Februar

Sonnige Stimmung bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi mit den Athleten im Mittelpunkt. So sollte es sein, meint Jörg Stratmann, Chefredakteur der DOSB-Publikationen.

Frühling bei den Winterspielen mit Sonnenschein und erfreulichen sportlichen Leistungen. Foto: picture-alliance
Frühling bei den Winterspielen mit Sonnenschein und erfreulichen sportlichen Leistungen. Foto: picture-alliance

Zur Halbzeit der XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi haben die Verantwortlichen des deutschen Sports nach eigenen Worten „Frühlingsgefühle“ überkommen. Ein hübsches Wortspiel, dass die Lage im Olympiaort am Schwarzen Meer und den nahegelegenen Bergen gleich in mehrfacher Hinsicht trifft.

Ungewohnt hohe Temperaturen haben Schnee schmelzen lassen oder manchen gar zum Fußbad am Strand eingeladen.

Warm ums Herz ließ aber auch werden, dass die Athleten dennoch erstklassige Bedingungen vorfinden, mit die besten, die es jemals bei Winterspielen gegeben hat.

Sonnige Stimmung verbreiten drittens die zahllosen Freiwilligen, die sich offensichtlich London zum Vorbild nehmen und jedem Gast das Gefühl vermitteln, ihn höchstpersönlich zu begrüßen.

Und schließlich waren auch die Leistungen der Deutschen Olympiamannschaft insgesamt dazu angetan, dass beispielsweise Chef de Mission Michael Vesper meinte, einen Anflug von Mai mitten im Februar zu erleben. Mochten andere Pleiten, Pech und Pannen sehen und für die zweite Olympiawoche goldlose Zeiten voraussehen: Selbst wenn längst nicht alle Planungen ins Ziel führten, mischte die Mannschaft zur Halbzeit mit vor allem goldglänzender Bilanz munter mit im internationalen Vergleich.

Das Ziel, 30 Medaillen wie 2010 in Vancouver gewinnen zu wollen, ist zwar nicht mehr erreichbar; das wird zu diskutieren sein. Aber in dieser besonderen Situation in Sotschi trifft das Wort des neuen, alten Bundesinnenministers zu. Es sei nicht kritikwürdig, dass der DOSB die Latte hochgehängt habe, sagte Thomas de Maizière. Schließlich handele es sich hier um Leistungssport.

Und dabei stehen die Athleten in Sotschi im Mittelpunkt. Sie merken, dass für sie alles getan wurde und dass anderes, was vorher im Fokus stand, in den Hintergrund rückte.

Vom Tisch ist das alles nicht. Es wird Gesprächsthema bleiben. Aber es tut gut, dass sich das wärmende Licht in diesen Tagen vor allem auf das richtet, was die Spiele sind, wie Vesper sagte: „Ein Sportfest!“


  • Frühling bei den Winterspielen mit Sonnenschein und erfreulichen sportlichen Leistungen. Foto: picture-alliance
    Frühling bei den Winterspielen mit Sonnenschein und erfreulichen sportlichen Leistungen. Foto: picture-alliance

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