GEMA und virtuelle Trainingsangebote

Vereinen entstehen für virtuelle, mit Musik untermalte, Trainingsangebote während der Hallenschließungen in der Corona-Krise keine zusätzlichen Lizenzkosten bei der GEMA.

Dr. Eva Selic, Vizepräsident Breitensport im Landessportbund Nordrhein-Westfalen, bereitet ein Heimtrainings-Video vor. Foto: LSBNRW
Dr. Eva Selic, Vizepräsident Breitensport im Landessportbund Nordrhein-Westfalen, bereitet ein Heimtrainings-Video vor. Foto: LSBNRW

Für Inhalte mit Musik auf Youtube und anderen Plattformen entstehen Sportvereinen bei ihren virtuellen Trainingsangeboten während der behördlichen angeordneten Hallenschließungen im Zuge der Corona-Pandemie keine zusätzlichen Lizenzkosten. "Andere Rechte wie Persönlichkeitsrechte müssen die Vereine selbstverständlich beachten", sagt Hermann Latz, Justitiar des DOSB.

Über diesen Sachverhalt informierte kürzlich der DOSB in einem Schreiben an die Geschäftsführer*innen der Landessportbünde, nachdem die GEMA zuvor Folgendes mitgeteilt hat:

  • Für Inhalte mit Musik Ihrer Sportvereine auf Youtube und anderen Plattformen entstehen keine zusätzlichen Lizenzkosten.
  • Sportvereine, die mit der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) Einzellizenzverträge für Musiknutzungen in Hallen etc. abgeschlossen haben, müssen für die Schließzeiträume keine Lizenzgebühren bezahlen. Die Rückzahlungsanträge werden online erfolgen – über das Procedere werden die Vereine gesondert informiert.
  • Sollten Sportvereine nach Corona ihr Kursangebot etc. weiterhin über die Social Media Plattformen anbieten wollen, fallen keine zusätzlichen Kosten an.
  • Sollten Sportvereine diese Angebote über die eigenen Homepages anbieten wollen, bedarf es einer Lizenzierung nach dem GEMA-Tarif VR-OD-10.

In den vergangenen Wochen war wiederholt die Frage an den DOSB herangetragen worden, ob während der behördlich angeordneten Hallenschließungen – aber auch darüber hinaus – Vereinsangebote mit Musiknutzung nicht nur auf der Homepage des Vereins, sondern auch über Youtube und ähnliche Kanäle verbreitet werden können, um den Vereinsmitgliedern eine Trainingsmöglichkeit anzubieten.

Der DOSB hat zum Jahresbeginn einen Pauschalvertrag mit der GEMA abgeschlossen, der bis Ende 2023 gültig ist und kein Streaming von Trainings- oder Kursangeboten auf der Homepage umfasst. Abgegolten sind lediglich Musiknutzungen im Rahmen der Berichterstattung über Veranstaltungen der Vereine wie Mitgliederversammlungen oder Vereinsfeste.

(Quelle: DOSB)


  • Dr. Eva Selic, Vizepräsident Breitensport im Landessportbund Nordrhein-Westfalen, bereitet ein Heimtrainings-Video vor. Foto: LSBNRW
    Dr. Eva Selic, Vizepräsident Breitensport im Landessportbund Nordrhein-Westfalen, bereitet ein Heimtrainings-Video vor. Foto: LSBNRW