Hörmann: „Auch wir im Sport tragen historische Schuld“

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat eine aktivere Aufarbeitung der „historischen Schuld“ des deutschen Sports im Nationalsozialismus angekündigt.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann beim Neujahrsempfang im Frankfurter Römer. Foto: DOSB/Jan Haas
DOSB-Präsident Alfons Hörmann beim Neujahrsempfang im Frankfurter Römer. Foto: DOSB/Jan Haas

Er bat mit Blick auf die Rolle des Sports während des Nazi-Regimes und sein Verhalten danach um Entschuldigung. „Wir haben viel zu lange zu diesem wichtigen Thema geschwiegen, wir haben uns viel zu wenig mit diesem beschämenden Teil unserer Geschichte auseinandergesetzt“, sagte Hörmann beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes im Frankfurter Römer.

Hörmann sprach am internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocausts - 75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz - weitere mahnende Worte. „Erinnern“, sagte er, „ist eine zwingende Notwendigkeit, um aus der Geschichte zu lernen“. Daher werde der DOSB „keinen Schlussstrich“ ziehen, der DOSB werde seiner Verantwortung nachkommen und sich intensiv mit der Vergangenheit auseinandersetzen. „Auch wir im Sport tragen große historische Schuld, und gleichzeitig sind wir dankbar, dass seit vielen Jahren jüdisches Leben in Deutschland erblüht und es eine wertvolle Vertrauensbasis zwischen Israel und Deutschland gibt“, sagte Hörmann. Der jüdische Turn- und Sportverband Makkabi Deutschland ist Mitglied im DOSB.

„Manche heutigen Worte von Häme und Hass“, mahnte Hörmann, seien „die Grundlage für morgige Taten“. Die Sportfamilie müsse sich aktiv „für ein demokratisches und den Menschen-rechten verpflichtetes Deutschland“ einsetzen. „Wir müssen energisch einschreiten gegen Antisemitismus, gegen Islamophobie, gegen Rassismus und Faschismus“, forderte Hörmann.

Die Rede von Alfons Hörmann können Sie hier hören

(Quelle: DOSB)


  • DOSB-Präsident Alfons Hörmann beim Neujahrsempfang im Frankfurter Römer. Foto: DOSB/Jan Haas
    DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Rednerpult im Frankfurter Römer. Foto: DOSB/Jan Haas

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