Investment in die Zukunft

Den Sport als profitable Kapitalanlage sehen und nicht als Geld verschlingendes Unterhaltungsprogramm, dazu ruft Autor Thomas Bachmann auf.

Sportliche Erfolge haben hohe innere Effekte, deshalb sollte weiterhin in den Sport investiert werden. Foto: LSB NRW
Sportliche Erfolge haben hohe innere Effekte, deshalb sollte weiterhin in den Sport investiert werden. Foto: LSB NRW

Es war der Kernsatz am letzten Tag der Bundestrainerkonferenz vergangene Woche in Leipzig. Man müsse den Sport als Investitionsgut und nicht als Kostenfaktor verstehen, formulierte Tischtennis-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig, als er einen Gedanken von Sachsens Innenminister Markus Ulbig aufgriff.

In der Abwägung Investition versus Kosten liegt ein grundlegender Ansatz, der den deutschen Sport künftig nicht nur finanziell sondern auch ideell positiv beeinflussen kann. Mit Blick auf die in der Weltspitze sportlich immer stärkere Konkurrenz und die massiven Investitionen in anderen Ländern ist die Veränderung des Blickwinkels weg vom Geld verschlingenden Unterhaltungsprogramm hin zur hoch profitablen Kapitalanlage der einzig mögliche Weg, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Unternehmen haben den Wert des Sports längst erkannt, engagieren sich in Einzelfällen großflächig, um die Werte des Sports auf die eigene Marke zu transportieren. Welches Unternehmen schmückt sich nicht gern mit Attributen wie Fairness, Transparenz und Spitzenleistungen? Hinzu kommt, dass der Sport ein vergleichsweise günstiges Investment ist mit einer hohen Rendite. Als Beispiel: Hauptsponsoren eines Radrennstalls erzielen oft einen Werbewert, der oft bis zu zehnmal höher ist als das Investment.

Diese und weitere Potenziale sollte auch der Staat erkennen und in höherem Maß als bisher honorieren. Wenn deutsche Sportler bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften erfolgreich sind, bedeutet dies nicht nur eine positive Kommunikation der Marke Deutschland nach außen.

Sportliche Erfolge haben hohe innere Effekte, sie bewegen die Menschen in einem Land dazu, selbst Sport zu treiben. Professor Christoph Breuer und Felix Mutter von der Deutschen Sporthochschule Köln haben in ihrer Studie „Wert des Sports – eine ökonomische Perspektive“ dargelegt, dass sich durch eine aktivere Bevölkerung sieben bis 46 Milliarden Euro Gesundheitskosten sparen lassen.

Daneben „erwirtschaftet“ der Sport eine Reihe an positiven gesellschaftlichen und bildungspoliti-schen Effekten. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt des Sportsektors liegt bei etwa 3,7 Prozent, die Deutschen geben jedes Jahr fast 140 Milliarden Euro für den Sportkonsum in all seinen Formen aus.

Diese Fakten allein sollten die Politik und Institutionen wachrütteln und zu Taten statt Worten führen. In Bezug auf die eingangs erwähnte Bundestrainertagung wäre die Anerkennung des Trainerabschlusses als Bachelor ein immens wichtiges Zeichen, was jedoch seit Jahren nur diskutiert statt angepackt wird. Denn nur durch die Schaffung von Perspektiven, durch ein Investment in die Zukunft wird der deutsche Sport auch künftig in der jetzigen Breite in der Weltspitze vertreten sein.

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier als DOSB-Blog veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


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    Sportliche Erfolge haben hohe innere Effekte, deshalb sollte weiterhin in den Sport investiert werden. Foto: LSB NRW

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