„Kinder- und Jugendarbeit im Sportverein und ihre Bildungschancen“

In Duisburg starteten die Deutsche Sportjugend (dsj) und die Sportjugend Nordrhein-Westfalen (SJ NRW) ein ehrgeiziges Projekt: „Kinder- und Jugendarbeit im Sportverein und ihre Bildungschancen“, lautet der Titel des Forschungsprojekts.

Spiel und Sport spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Copyright: picture-alliance/dpa
Spiel und Sport spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Copyright: picture-alliance/dpa

Das Projekt wird gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von 13 engagierten Sportvereinen durchgeführt und durch das Team um Prof. Dr. Nils Neuber von der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster, wissenschaftlich begleitet. 

Projekt mit wichtigem Modell-Charakter

Finden im Sportverein Bildungsprozesse statt? Welche Rahmenbedingungen sind nötig, um eine gute Kinder- und Jugendarbeit zu ermöglichen? Welche konkreten Handlungsempfehlungen können aus der Analyse der beiden ersten Fragestellungen abgeleitet werden? – Diese drei Kernfragen kennzeichnen das Forschungsprojekt, das die Nachwuchsarbeit im Sportverein vor dem Hintergrund des Bildungspotenzials untersucht. „Dieses Projekt hat für uns wichtigen Modell-Charakter. Wir erhoffen uns Ergebnisse, von denen alle Sportvereine und die Sport treibenden Kinder und Jugendlichen profitieren“, betont Peter Lautenbach. Der dsj-Ressortleiter für Jugendarbeit im Sport wies in einer kurzen Ansprache zum Auftakt der Veranstaltung in Duisburg darauf hin, wie wichtig es ist, Lobbyarbeit für Kinder und Jugendliche im Sport zu leisten und begrüßte das Engagement der Sportjugend NRW und der Uni Münster. 

„Im Rahmen der Qualitätsoffensive ,Jugendarbeit im Sportverein‘ haben wir fünf Jahre wichtige Erkenntnisse gesammelt. Jetzt widmen wir uns verstärkt dem Thema ,Bildung‘“, erklärten Silke Stockmeier und Rainer Ruth. Die beiden Vorstandsmitglieder der Sportjugend NRW begrüßten gemeinsam mit Peter Lautenbach die zum „Kick off“ des Forschungsprojekts versammelten Vereinsvertreter. Sport ist nicht nur nach wie vor die allerliebste Freizeitbeschäftigung von Kindern und Jugendlichen. Bewegung, Spiel und Sport spielen außerdem eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Heranwachsenden. Diese These wissenschaftlich zu erforschen, ist Ziel des gemeinsamen Projekts der dsj mit der Sportjugend NRW und der Uni Münster. „Wir befassen uns mit der Frage: Wie lernt man im Sport? Werden zum Beispiel Tugenden wie Disziplin, Durchhaltevermögen und Pünktlichkeit im Sportverein gefördert? Das alles wird aus wissenschaftlichem Blickwinkel untersucht“, erläutert Prof. Dr. Nils Neuber. 

Erster Erfahrungsaustausch im Januar 2008

Motiviert sind auch die beteiligten Vereine. „Die Kinder- und Jugendarbeit weiterzuentwickeln, ist eines unserer wichtigsten Ziele“, betonen Olaf Behrendt und Jürgen Teschke vom Box-Club Mülheim-Dümpten, einem kleinen Stadtverein mit 66 Mitgliedern (davon zwei Drittel Jugendliche). Die Vorstandsmitglieder wissen um die Verantwortung, vor allem im Kampfsport: „Es geht um Tugenden wie Teamgeist und Fairness. Das sind wichtige Grundlagen für die Entwicklung junger Menschen, auch über den Sport hinaus.“ „Die Vereine wurden aufgrund ihrer guten Arbeit in verschiedenen Bereichen ausgewählt“, weiß Prof. Neuber, dass die Kooperationsbereitschaft der Sportlerinnen und Sportler Voraussetzung für den Erfolg des Projekts ist. Schon bei der Auftaktveranstaltung in Duisburg blickten die Vereinsvertreter und Wissenschaftler der Uni-Münster gespannt in die Zukunft: Im Januar 2008 findet ein Zwischentreffen statt. Dann werden erste Erfahrungen, die zum Beispiel in den verschiedenen Sportarten gemacht werden, ausgetauscht und die Auswertungen der Gruppen-Interviews mit den jugendlichen Sportlern aus den 13 Vereinen vorgestellt.


  • Spiel und Sport spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Copyright: picture-alliance/dpa
    Spiel und Sport spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Copyright: picture-alliance/dpa

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