Nachruf auf Helmut Meyer

Helmut Meyer ist tot. Für viele, die seinen Lebensweg auch in den zurückliegenden Jahren begleiten durften, kommt die traurige Mitteilung vom vergangenen Sonntag nicht überraschend. Eine lange und schwere Krankheit hatte die letzten Lebensjahre unseres Freundes belastet. Dennoch trifft die Nachricht von seinem zu frühen Tod Kameraden und Begleiter aus den Reihen der deutschen Sportverbände hart. Der deutsche Sport trauert um eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg die Geschicke des Spitzensports prägte.

 

 

 

Selbst aktiver Leichtathlet, Deutscher Hochschulmeister im Boxen und Basketball-Oberligaspieler übernahm Helmut Meyer schon sehr bald ehrenamtliche Funktionen im Sport. Als Referent der Universität Marburg, als Abteilungsleiter in seinem Leichtathletik-Verein Union Herford, als Angehöriger des Lehrstabes im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen, als Präsident des Allgemeinen Deutschen Hochschul-Sportverbandes und als Vizepräsident des Internationalen Hochschulsport-Verbandes hinterließ Helmut Meyer seine Spuren.

 

 

 

Die 60er und 70er Jahre seines Lebensweges waren von beruflichem Aufstieg und beruflicher Bewährung gekennzeichnet. Die Erfolge in den Ehrenämtern hatten ihn zur Übernahme verantwortungsvoller hauptamtlicher Funktionen befähigt. Sein Organisationstalent und sein engagierter Einsatz kamen in den sechziger Jahren zunächst dem Sportamt und dem Institut für Leibesübungen der Technischen Hochschule Darmstadt zugute, als deren Direktor Helmut Meyer nahezu zehn Jahre lang diente.

 

 

 

Bereits 1970 wurde Meyer dann, damals 44jährig, an eine der Schaltstellen des Spitzensports in Deutschland berufen. In der Funktion des Leitenden Direktors des Bundesausschusses Leistungssport des Deutschen Sportbundes wurde er für das Nationale Olympische Komitee für Deutschland zu einem der wichtigsten Partner bei der Vorbereitung und Entsendung von Olympiamannschaften. Mehr als zwei Jahrzehnte lang prägte er den Sport der Bundesrepublik Deutschland. Der Spitzensport war zu jener Zeit von ideologischen Auseinandersetzungen im Kalten Krieg zwischen Ost und West bestimmt und befand sich in der ständigen Gefahr, zum Instrument der Politik zu werden. In dieser Konstellation stand Leistung im Zentrum aller Erwägungen.

 

 

 

Nach 1989 erwarb sich Helmut Meyer unter nun geänderten Vorzeichen in seinem letzten großen öffentlichen Amt als Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes Verdienste bei der Vereinigung der beiden deutschen Leichtathletik-Verbände und insbesondere beim Aufbau der Leichtathletik-Verbände in den neuen Bundesländern.

 

 

 

Die Erfolge Helmut Meyers gründeten auf seinem unermüdlichen Einsatz, seinem hemdsärmeligen Pragmatismus und seiner kameradschaftlichen Nähe zu den Athleten. Der Arbeit der Heimtrainer, der Vereine und der Olympiastützpunkte galt sein Hauptinteresse. Damit bewegte er sich in einem Rahmen, dem auch heute wieder die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen gilt.

 

 

 

Der olympische Spitzensport trauert im Wissen um die herausragenden Leistungen Helmut Meyers um eine verdienstvolle Persönlichkeit des Sports. Das Mitgefühl des Nationalen Olympischen Komitees und der Dank für sein unter familiären Opfern erbrachtes Lebenswerk zugunsten des Sports gelten der Familie und den Angehörigen.

 

 

 

Nationales Olympisches Komitee

 

für Deutschland

 

 

 

 

 

Prof. Walther Tröger

 

Präsident

 

 


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