Olympiasieger Franz Keller vollendet 75. Lebensjahr

Franz Keller, der Olympiasieger in der Nordischen Kombination bei den Olympischen Winterspielen in 1968 Grenoble, vollendet am 19. Januar 2020 sein 75. Lebensjahr.

Franz Keller bei der  Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports. Foto: picture-alliance
Franz Keller bei der Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports. Foto: picture-alliance

Im gleichen Jahr wurde er aufgrund dieses großartigen Erfolges, aber auch seiner Beliebtheit und Popularität zum Sportler des Jahres in der Bundesrepublik Deutschland gewählt, übrigens damals zusammen mit Ingrid Becker (geb. 1942, heute Mickler-Becker), der Fünfkampf-Olympiasiegerin bei den Sommerspielen 1986 in Mexico-City.

1971 gewann Franz Keller in der gleichen Disziplin den vorolympischen Wettbewerb. Bei den anschließenden Winterspielen in Sapporo 1972 konnte er jedoch nur den Rang 33 belegen. Franz Keller startete seine Karriere im nordischen Skisport 1965 bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften im baden-württembergischen Meßstetten. Schon ein Jahr später gelang ihm der erste große internationale Erfolg, als bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1966 hinter Olympiasieger Georg Thoma (geb. 1937) den zweiten Platz belegte. Nach Abschluss seiner Karriere wurde er 1973 als dritter Deutscher nach Helmut Recknagel (geb. 1937) und Georg Thoma mit der Holmenkollen-Medaille geehrt, jener höchsten Auszeichnung im norwegischen Skisport, die dort bereits seit 1895 an jene Sportlerinnen und Sportler vergeben wird, die herausragende Leistungen bei internationalen Wettbewerben insbesondere am Holmenkollen in Oslo erzielt hatten.

Bereits 1971 riss die Erfolgsserie bei den Weltmeisterschaften in der tschechischen Hohen Tatra. Ein Jahr später in Sapporo bei den Olympischen Spielen waren Schwierigkeiten beim „Befahren“ der Schanze offensichtlich und mit ausschlaggebend dafür, dass ihm die erstrebte Wiederholung des Olympiasieges nicht gelang. Nach dem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften 1973 nahm Keller 1974 noch einmal an den Weltmeisterschaften im schwedischen Falun teil. Hier führten erhebliche Rückenprobleme dazu, dass ihm nur Rang 28 gelang und er danach seine Karriere als Aktiver beendete. Als Berufssoldat blieb er dem Sport verbunden. Keller wirkte zunächst drei Jahre lang als Juniorentrainer im Deutschen Skiverband und später in der Sportschule der Bundeswehr als Sportausbilder in Sonthofen.

Franz Keller wurde in Nesselwang (Landkreis Ostallgäu) geboren. Im Jahre 2017 wurde er in die Hall of Fame des deutschen Sports bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe aufgenommen. Franz Keller wurde seit dem Jahr 1967 durch die Sporthilfe gefördert und ist daher der erste durch die Stiftung geförderte Olympiasieger der Bundesrepublik Deutschland. In der kleinen Laudatio in der (virtuellen) Hall of Fame des deutschen Sports der Sporthilfe heißt es an einer Stelle wörtlich: „In der Heimat wurde der Olympiasieger frenetisch gefeiert. Keller blieb bescheiden, er galt als ‚der große Schweiger aus dem Allgäu‘“. Seinen Geburtsort und Lebensmittelpunkt Nesselwang machte Franz Keller einst weltbekannt.

(Quelle: DOSB/Prof. Detlef Kuhlmann)   


  • Franz Keller bei der  Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports. Foto: picture-alliance
    Franz Keller mit der Urkunde zur Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports vor einer Wand der Deutschen Sporthilfe. Foto: picture-alliance

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