„Respekt für sich selbst, für andere, für Regeln und für Fairplay“

Großherzog Henri von Luxemburg und DOSB-Präsident Thomas Bach eröffnen den 13. Europäischen Fairplay-Kongreß.

 

Eröffnungsveranstaltung im Frankfurter Römer
Eröffnungsveranstaltung im Frankfurter Römer

Mit einem eindringlichen Appell an die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung des 13. Europäischen Fairplay-Kongresses im Frankfurter Römer hat Großherzog Henri von Luxemburg am Mittwoch die dreitägigen Diskussionen um „Die olympischen Werte und die Zukunft des Sports“ eröffnet.

In seinem Festvortrag forderte das IOC-Mitglied Großherzog Henri Standhaftigkeit bei der Verteidigung der gemeinsamen sportlichen Werte. Schließlich seien es gerade diese Werte, die es der Olympischen Bewegung ermöglichten, derartig viele Menschen zu erreichen. Vom Eid der antiken Olympioniken über die neuzeitliche Wiederbelebung der Olympischen Idee durch Pierre de Coubertin bis zur heutigen Formulierung der zentralen olympischen Werte lasse sich die enge Verbindung von Moral und Sport nachweisen. Aktuell sei es vor allem der Respekt, der die moralische Verpflichtung hinter den Aktivitäten der olympischen Bewegung symbolisiere: Respekt für sich selbst und für andere wie für ihre Andersartigkeit, für Regeln, für Fairplay und für die Umwelt. Doping brandmarkte Großherzog Henri in diesem Zusammenhang als übelste Missachtung der eigenen Person und anderer. Hier zeige sich beispielhaft die Besorgnis erregende Entwicklung im professionellen Spitzensport.

Während dem Sport insgesamt gerade aufgrund seiner gesellschaftlich wertvollen Rolle, beispielsweise im Bereich der Gesundheit, eine leuchtende Zukunft bevor stehe, untergrabe Doping in steigendem Maße die Glaubwürdigkeit von Spitzenathleten. Der verbesserte Kampf gegen Doping von olympischer Bewegung und NADA habe andererseits spektakuläre Ergebnisse erbracht. Auch wenn der Sturz zuvor umschwärmter Champions ein harter Preis sei: „Es gibt keine Alternative, wenn wir  die Werte des Sports bewahren wollen.“ Großherzog Henri schloss nicht aus, dass möglicherweise sogar eine veränderte Einstellung zum Hochleistungssport erforderlich sei und das Publikum seine Erwartungen verschieben müsse:

„Wir sollten ernsthaft in Erwägung ziehen, ob es nicht an der Zeit ist, diese unablässige Jagd nach Rekorden und Ruhm zurückzufahren.“ So müsse  beispielsweise eine weltweite Sportveranstaltung, die keinen neuen Weltrekord produziere, nicht zwangsläufig als Misserfolg betrachtet werden.

Und für die heutige „ehrgeizige Allianz von Sport, Geld und Medien“ gelte, dass alle Akteure sich innerhalb eines verbindlichen Rahmens bewegen müssten. Dem bloßen Markt überlassen werde der Sport mit Sicherheit Seele und Geist verlieren. Abschließend erinnerte Großherzog Henri von Luxemburg an das Schicksal der antiken griechischen Spiele, die unter den Römern zu Gladiatorenkämpfen verkamen. Heute sei Wachsamkeit gefordert, damit sich Geschichte nicht wiederhole: „Angesichts der außerordentlichen Verantwortung, die dem Sport bei der Gestaltung unserer Welt zukommt, wäre es ein unverzeihlicher Fehler, bei unseren gemeinsamen sportlichen Werten zurück zu weichen.“

Zuvor hatte der Präsident des deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Thomas Bach den Kongress der Europäischen Fairplay-Bewegung, den der DOSB in diesem Jahr ausrichtet, eröffnet. Bach betonte, dass es eben nicht nur Aufgabe eines Sportverbandes sei, Sport zu organisieren oder zu finanzieren, Voraussetzungen für die Bewegung möglichst vieler Menschen oder für Erfolge im internationalen Vergleich zu schaffen. Die Zielsetzung reiche darüber hinaus, so Bach. Der DOSB wolle gleichzeitig die Olympische Idee und die ethischen Grundlagen des Sports zur Geltung bringen: „Wir wollen zeigen, dass Leistung und Moral keine Gegensätze sind. Wir wollen Leistung und Moral verbinden.“ Fairplay solle immer und überall die  Maxime unseres Handelns darstellen. Wenn sich vor diesem Hintergrund in der Wirklichkeit des Sports Missstände und Fehlleistungen erkennen ließen, habe der Sport ihnen entgegen zu wirken. Thomas Bach: „So wollen wir deutlich machen, dass der Ehrliche – oder der Faire – eben nicht der Dumme ist. Wir wollen deutlich machen, dass ethisches Verhalten kein Wettbewerbsnachteil ist. Wir wollen deutlich machen, dass erst Fairplay bloße Leistung zu einem echten Erfolg erhebt.“


  • Eröffnungsveranstaltung im Frankfurter Römer
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