Tag 6 YOG: Silber im Team-Event für Klein und Geissler-Hauber

Zum Abschluss der alpinen Wettbewerbe in Lausanne sind Lara Klein und Max Geissler-Hauber im Teamwettbewerb auf den zweiten Platz gefahren.

Lara Klein und Max Geissler-Hauber freuen sich über ihre Silbermedaille, die sie im alpinen Teamwettbewerb gewonnen haben. Foto: OIS/Ben Queenborough
Lara Klein und Max Geissler-Hauber freuen sich über ihre Silbermedaille, die sie im alpinen Teamwettbewerb gewonnen haben. Foto: OIS/Ben Queenborough

Am Mittwochmittag sorgten Lara Klein und Max Geissler-Hauber für die zweite deutsche Medaille bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2020. Die beiden Ski-Asse gewannen Silber im Mixed-Team-Event.

Gab es im Achtelfinale noch einen ungefährdeten 3:1-Sieg gegen Slowenien, wartete im Viertelfinale mit der Schweiz direkt der erste "große Brocken" auf die deutschen Skifahrer. Wie zu erwarten, entwickelte sich direkt von Beginn an ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Max Geissler-Hauber im vierten Durchgang mit +0,17s Vorsprung auf Luc Roduit zugunsten des deutschen Teams entschied. Eine Niederlage in diesem Rennen hätte das vorzeitige Aus für die mit hohen Ambitionen an den Start gegangenen deutschen Skifahrer bedeutet. "Ich denke da an gar nichts mehr außer das, was ich machen muss und das ist schnell Ski fahren. Das habe ich zum Glück geschafft", sagte Geissler-Hauber.

Im Halbfinale traf das deutsche Team dann auf Amanda Salzgeber und Philip Hoffmann. Die in den Vorläufen ohne eine einzelne Niederlage durchstartenden Österreicher gingen leicht favorisiert in das direkte Aufeinandertreffen. Doch Klein und Geissler-Hauber entschieden drei der vier Läufe für sich und machten somit den Finaleinzug klar. Das Ziel der Titelverteidigung aus Lillehammer 2016 schien zum Greifen nahe. Doch Finnland war am heutigen Tag einfach zu stark. Das Duo Rosa Pohjolainen und Jaakko Tapanainen siegte nach einer bis dato für sie enttäuschenden Woche mit einem spektakulären 4:0-Sieg. Frust über die verpasste Goldmedaille spürten Klein und Geissler-Hauber aber nicht.

„Es fühlt sich cool an nochmal Gewinner einer Olympiamedaille zu sein“, sagte Klein, die sich mit der Bronzemedaille im Slalom tags zuvor schon ins Rampenlicht gefahren hatte. Dabei war nach einem Trümmerbruch vor zwei Jahren noch nicht einmal klar, ob sie überhaupt je wieder Skifahren könnte. "Ich bin mit dem Ski am Tor hängen geblieben und habe mir unglücklich das Bein gebrochen", sagte Klein. Umso höher sind ihre aktuellen Leistungen bei diesen Olympischen Jugend-Winterspielen zu bewerten. "Aufgeben kommt für mich nicht in Frage", erklärt eine über beide Ohren strahlende Silbermedaillengewinnerin.  

Biathlon Mixed Staffel: Licht und Schatten im Schießen – Am Ende Platz sieben

Das hatte Franz Schaser in seiner Karriere auch noch nicht erlebt: Gleich sieben Schüsse setze er in seinem Liegendanschlag hintereinander neben die Scheibe und musste gleich vier Mal in die Strafrunde. So reichte es trotz zwei fehlerfreier Schießeinlagen von Marlene Fichtner nur für Platz sieben.

Schon der Start verlief für das deutsche Quartett nicht nach Plan. Eine Mitstreiterin lief Startläuferin Johanna Puff auf den Ski, wodurch sie sich kurz nach dem Start im Schnee widerfand. Beim Liegendschießen produzierte sie danach drei Schießfehler, konnte aber durch präzise Nachlader die Strafrunde vermeiden und übergab nach nur einem Fehler im Stehendanschlag als Fünfte an Marlene Fichtner.

Fichtner strahlte nach dem Rennen mit der Sonne um die Wette: „Das war mega, unglaublich! Das war das erste Mal, dass ich mit dem Kleinkaliber null geschossen habe", sagte sie nach dem Rennen. So übergab sie an Position vier liegend an Paul Schaser.

Was dann passierte, konnte sich selbst der Athlet nicht erklären: „Ich lag gut auf Platz fünf und habe noch gedacht, das Tempo des Tschechen gehst du am Schießstand nicht mit. Aber dann hat sich mein Trefferbild anscheinend komplett verlagert. Das ist natürlich unglaublich bitter", haderte Schaser. Besser wusste es seine Teamkollegin Puff: „Ja, da war eine Verlagerung. Das heißt, dass man eigentlich ein gutes Trefferbild hat, aber durch die Sonne oder den Wind das Bild verfälscht ist, wodurch man dann neben das Ziel schießt.“

Deshalb waren Schasers Teamkolleg*innen auch nach dem Rennen nicht sauer. „Das kann jedem passieren“, lautete die einhellige Meinung. Auf die Frage was nun zu tun sei, um ihn wiederaufzubauen, gab es jedoch verschiedene Ansätze: „Eine coole Abschlussparty“, schlug Puff vor. Fichtner meinte, dass Witze das richtige Mittel seien. Elias Asal will es dagegen bei totschweigen belassen: „Einfach ablenken und nicht mehr drüber reden. Das Ganze regeneriert sich dann schon von alleine", sagte Asal.

Asal ging das Rennen, nachdem er von den vier Strafrunden seines Teamkollegen gehört hatte, als „Training mit Wettkampfcharakter“ an und machte seine Sache als Schlussläufer gut. Er brauchte drei Nachlader in seinen Schießeinlagen und führte die Staffel, mit 3:48 Minuten Rückstand auf Platz acht.

Deutsche Eisschnellläufer*innen bei Mixed-NOK Wettbewerb ohne Medaille

Im dritten Wettkampf der Eisschnelllauf-Wettbewerbe bei den Olympischen Jugend-Winterspielen ging es für die vier Athleten des Jugend Team Deutschland in den Mixed-NOK-Team-Sprint-Wettbewerb. Dabei traten verschiedene Nationen gemeinsam in zusammengestellten Teams an.

Jedes Team besteht aus zwei Männern und zwei Frauen aus verschiedenen NOK’s (Nationale Olympische Komitees). Pro Lauf treten zwei Teams auf einer Gesamtdistanz von vier Runden gegeneinander an. Nach jeder Runde verlässt ein Teammitglied die Runde, bis der/die vierte Läufer*in das Rennen für das Team beendet.

Das Team um Anna Ostlender mit der Norwegerin Julie Sjoebrend sowie dem starken Jakub Koci (Tschechien) und Schlussläufer Sebas Diniz (Niederlande) versprach zunächst die größten Medaillenchancen. Doch nach einem Sturz von Erstläuferin Sjoebrend kurz nach dem Start wurde das Team disqualifiziert - trotz Disqualifikation beendeten die verbliebenen Drei das Rennen. "Wir waren eigentlich alle sehr zuversichtlich und dachten das könnte gut werden“, sagte Ostleder, die ihrer Teamkollegin den Sturz nicht übel nahm: "Das kann immer passieren. Ich meine, wir müssen das jetzt alle akzeptieren und nach vorne schauen.“

Victoria Stirnemann schnitt mit ihrem Team unter den Deutschen am besten ab. Zusammen mit einer Kasachin, einem Schweizer und einem Chinesen belegte sie Platz acht und zog ein positives Fazit aus dem nationenübergreifenden Wettbewerb: "Hier geht es auch darum, Freundschaften zu schließen. Ich habe jedenfalls viele neue Leute kennengelernt und das ist etwas ganz Besonderes hier.“ Hinter Stirnemanns Mannschaft reihte sich das Team um Felix Motschmann auf Rang neun ein. Manuel Zähringer wurde mit seinen drei Kolleg*innen Elfter. 

„Der Mixed-NOK Team Sprint ist ein tolles Event, bei dem vieles passieren kann. Leider hat es diesmal das Team von Anna getroffen. Bei den anderen lief es besser, aber leider hat es nicht für eine Podiumsplatzierung gereicht“, resümierte Bundestrainer Daan Rottier: "Dadurch, dass man mit mehreren Nationen in einem Team startet, muss man auch etwas Glück haben. Es war aber ein tolles Event um Sportler und Trainer anderer Nationen besser kennenzulernen."

Zum Abschluss der olympischen Eisschnelllauf-Wettbewerbe stehen am Donnerstag die Massenstart-Rennen auf dem Sankt Moritzer Natureis an. Mit Blick auf das letzte Rennen ist die 17-Jährige Ostlender zuversichtlich: „Massenstart liegt mir eigentlich sehr gut, da ich vom Inline komme, bin ich das ganz gut gewöhnt. Ich kann taktisch sehr gut laufen. Mal schauen wieviel Kraft ich morgen noch habe.“ Auch Motschmann will noch einmal alles geben: "Es wird hart aber das Finale wäre schon mein Ziel.“

In Sankt Moritz finden neben dem Eisschnelllauf auch die Wettbewerbe im Rodeln, Skeleton und Monobob statt.

Eishockey: Vier Medaillen für deutschen Nachwuchs im 3-gegen-3-Turnier

Die deutschen Eishockey-Athletinnen und Athleten haben sich vier Medaillen bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lausanne gesichert. Im Eishockey-Mixed-3-gegen-3-Turnier setzte sich Leonie Böttcher im Finale mit ihrer gelben Mannschaft gegen das schwarze Team mit 6:1 durch und sicherte sich Gold. Zugleich gewann Maja Stöber mit dem blauen Team durch einen 6:4-Erfolg im Spiel um Platz 3 die Bronzemedaille. Bei den Männern sicherte sich Matthias Bittner die Silbermedaille. Bittner verlor mit dem roten Team im Finale gegen Team „Grün“ mit 4:10. Weiterhin siegte Marlon D’Acunto mit der braunen Mannschaft im Spiel um Platz 3 gegen das schwarze Team knapp mit 6:5 und machte somit die zweite deutsche Bronzemedaille perfekt.

Für die Jungen sind damit die Olympischen Jugend-Winterspiele beendet. Für die Mädchen geht es am Samstag gegen Schweden mit dem normalen Turnier los. 

Video: Interview Leonie Bötcher und Maya Stöber nach dem 3-gegen-3-Turnier und vor dem normalen Turnier. 

"Riesenenttäuschung": Deutsches Curling-Team verliert im Viertelfinale gegen Neuseeland

Trainer Andreas Kapp konnte es auch Stunden nach der bitteren 4:7-Viertelfinal-Niederlage gegen Neuseeland nicht fassen: "Das Spiel kannst du nicht verlieren. Das geht nicht." Und Kapp hatte Recht Die nackten Zahlen sprachen nach dem Spiel eindeutig für das Team um Skip Benjamin Kapp, Zoe Antes, Kim Sutor und Johannes Scheuerl. Am Ende entschied aber nicht die Statistik das Spiel, sondern drei ganz starke Steine von Neuseelands Skip Hunter Walker. Das deutsche Aus passte jedoch auch zu den anderen Ergebnissen des Tages, denn auch die favorisierten Schweizer, Italiener und Kanadier verloren ihre Partien.

Das Spiel startete aus deutscher Sicht denkbar schlecht. Die Neuseeländer machten drei Punkte im ersten End. "Es hätten aber auch locker fünf sein können", sagte Kapp. Danach kamen die Deutschen besser ins Spiel und glichen im fünften End zum 4:4 aus. Die Entscheidung fiel dann im siebten End, als Skip Kapp zu viel wollte und nicht auf sichere drei Punkte spielte, sondern vier Punkte machen wollte. Sein Stein fand aber nicht den richtigen Weg und so konnten die Neuseeländer einen Punkt stehlen.

"Eigentlich haben wir unser Ziel erreicht. Wir wollten ins Viertelfinale. Heute war aber definitiv mehr drin und daher bleibt eine Riesenenttäuschung", bilanzierte Andreas Kapp. Sein Sohn Benjamin und Johannes Scheuerl hatten ihren eigenen Weg der Frustbewältigung. "Wir haben den Frust in unsere Kissen geschriehen", schilderte Scheuerl. 

Am 18. Januar geht es für die Curler mit dem Mixed-Double-Turnier weiter, bei dem jeder deutsche Athlet mit einem internationalen Sportler zusammenspielt. 

Eiskunstläufer Roscher und Schuster werden Achte im Team-Wettbewerb

Das deutsche Eiskunstlauf-Paar Letizia Roscher und Luis Schuster haben die Youth Olympics in Lausanne auf dem achten Platz im Team-Event beendet. Beide konnten sich leider in ihrer Kür zur Paarlauf-Konkurrenz nicht mehr steigern. Sie bekamen 78,24 Punkte und konnten für ihr "Team Hope" nur einen Punkt liefern. 

Wechsel im Snowboard-Team

Snowboarder Niklas Huber hat seinen Start bei den Olympischen Jugendspielen in Lausanne verletzungsbedingt abgesagt. Für ihn rückt Leopold Frey in den Disziplinen Slopestyle und Big Air nach. 

(Quelle: DOSB)


  • Lara Klein und Max Geissler-Hauber freuen sich über ihre Silbermedaille, die sie im alpinen Teamwettbewerb gewonnen haben. Foto: OIS/Ben Queenborough
    Lara Klein und Max Geissler-Hauber freuen sich über ihre Silbermedaille, die sie im alpinen Teamwettbewerb gewonnen haben. Foto: OIS/Ben Queenborough
  • Mannschaftsfoto von den beiden deutschen Duos, die im alpinen Team-Event an den Start gegangen sind (v.li.):  Sophia Zitzmann, Lara Klein, Max Geissler-Hauber und Marinus Sennhofer; Foto: DOSB
    Mannschaftsfoto von den beiden deutschen Duos, die im alpinen Team-Event an den Start gegangen sind (v.li.): Sophia Zitzmann, Lara Klein, Max Geissler-Hauber und Marinus Sennhofer; Foto: DOSB

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