Über die Liebe zum Sport

Warum treiben Menschen Sport? Ganz einfach, weil es Spaß macht, sagt Detlef Kuhlmann, Professor für Sportwissenschaft an der Leibniz Universität Hannover.

Beim Sport suchen die Menschen vor allen Dingen Spaß. Foto: LSB NRW
Beim Sport suchen die Menschen vor allen Dingen Spaß. Foto: LSB NRW

Warum treiben Menschen Sport? Die Frage ist uralt. Die Antwort geht ganz einfach: weil sie Spaß daran haben. Spaß als Allerweltsmotiv passt immer.

Wem das zu wenig ist, der stößt irgendwann auf die sechs Sinngebungen des Sports, die der inzwischen emeritierte Bielefelder Sportpädagoge Prof. Dietrich Kurz einst im „Arbeitskreis 1“ beim bundesweiten Kongress „Menschen im Sport 2000“ des damaligen Deutschen Sportbundes 1987 in Berlin mit der Frage: „Was suchen die Menschen im Sport?“ auf die Sinn-Bühne brachte. Diese bis heute viel beachteten Sinngebungen von Kurz, dem amtierenden Vorsitzenden des Kuratoriums des Wissenschaftspreises des Deutschen Olympischen Sportbundes, haben längst als sogenannte pädagogische Perspektiven Eingang in die Lehrpläne für den Sportunterricht an den Schulen in Deutschland und anderswo gefunden.

Der vordergründige Spaß beim Sport lässt sich in sechs Sinnbezirke des Sporttreibens zerlegen. Menschen suchen demnach im Sport nach Situationen, wo sie (1.) Formen von selbst erbrachten Leistungen erfahren, (2.) etwas für ihre Gesundheit tun und wo sie (3.) dies zusammen mit anderen Menschen erleben können. Für viele Menschen sind (4.) das Ausdrücken von oder in Bewegungen, ferner (5.) Situationen von Wagnis und Spannung und schließlich (6.) Wahrnehmungs- bzw. Bewegungserfahrungen vor allem in der Natur die besonderen Herausforderungen, die sie im Sport suchen. Das alles macht ihnen Spaß, sonst würden sie die Finger davon lassen.

Natürlich gibt es noch weitere psychologische und philosophische Erklärungsversuche für die Spaß- oder Sinnfindung im Sport. Sie lassen sich im Grunde alle ganz gut an die Sinnbezirke von Kurz andoggen: der populäre amerikanische Psychologe mit dem fast unaussprechlichen, aber ganz einfach zu schreibenden Namen Mihaly Csikszentmihalyi, wenn er vom Flow und dem Aufgehen im Tun spricht, das wir nicht nur, aber eben auch im Sport finden können, oder Hans Lenk, der erste Ethikpreisträger des DOSB, wenn er vom Eigenleisten im Sport als Zeichen persönlicher Handlungsfreiheit spricht oder der in Jena lehrenden Hartmut Rosa, der im Sport sogar eine „Resonanzoase“ sieht, weil wir hier etwas selbst um der Sache willen tun, was uns irgendwie gut tut.

Und was hat das alles mit „Liebe zum Sport“ zu tun? Von ihr sprach jüngst der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid. In seinem an Weihnachten erschienenen fast 500-Seiten-Opus (Titel: „Dem Leben Sinn geben“) ist von der „Liebe zu den Wesen und Dingen und der Welt“ die Rede. Darunter fällt bei Schmid zum Beispiel auch die „Liebe zum Essen und Trinken, zu Sport, Spiel und Technik“ als Elemente sinnvoller Lebensgestaltung. Fazit: Wer die Liebe zum Sport findet, darf nur den Spaß dabei nicht verlieren!

Mit Namen gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.

 

 


  • Beim Sport suchen die Menschen vor allen Dingen Spaß. Foto: LSB NRW
    Beim Sport suchen die Menschen vor allen Dingen Spaß. Foto: LSB NRW

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