Wie werden Kinder faire Sportler*innen?

Die Engagementwoche vom 13. bis 22.9.2019 zeigt die Vielfalt und Relevanz von bürgerschaftlichem Engagement. Wir stellen in loser Reihenfolge dazu Themen vor, die "Engagement und Sport" betreffen.

Ehrenamtliche können Kindern und Jugendlichen einiges mitgeben,damit sie zu fairen Sportler*innen werden. Foto: Pixabay
Ehrenamtliche können Kindern und Jugendlichen einiges mitgeben,damit sie zu fairen Sportler*innen werden. Foto: Pixabay

Man muss Fairness vorleben, Kinder spielerisch lernen lassen und Abstand nehmen vom Leistungsgedanken. Damit sind die entscheidenden Grundvoraussetzungen dafür erfüllt, dass aus sportbegeisterten Kindern faire Sportler*innen werden.

Der Fokus der Gesellschaft, vor allem aber der Sport-Fans, liegt heute oft auf den Profiligen und den Großveranstaltungen, wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen. Profisport hat oft Event-Charakter und das Schneller, Höher, Weiter gilt als erstrebenswert. Die Protagonist*innen der jeweiligen Szene, gerade in den Populär-Sportarten, werden wie Pop-Stars gefeiert, sie werden medial gehypt und befinden sich unter dem Brennglas der Öffentlichkeit. Das Ringen um den sportlichen Erfolg, der im Spitzensport meist auch mit wirtschaftlichem Fortkommen gepaart ist, hat den Profisport zum harten Geschäft gemacht. Dieser Umstand sorgt dafür, dass sich viele Menschen im Glanz der Promis sonnen und zudem an deren Reichtum teilhaben wollen. Weswegen Fairness und Sportsgeist bedauerlicherweise oft eine nachrangige Rolle spielen.

Doch Sport ist nicht nur Hochleistung, verbunden mit dem Streben nach Ruhm, Reputation und auch Reichtum. Sport ist auch Breitensport, ein Vehikel für Integration und soziales Miteinander. Das Verhalten im Amateursport ist leider aber oft ein Spiegelbild der Gesellschaft oder des Gebarens im Profisport. Gerade Kinder und Jugendliche nehmen sich das Verhalten zum Vorbild, das sie im Fernsehen von den Profis vorgelebt bekommen. Oder, das ihnen –schlechterdings- ihre Eltern oder die Leute in ihrem Sportverein vorleben. So haben die ehrenamtlich wirkenden Trainer*innen und Betreuer*innen in den Breitensport-Vereinen eine höchst verantwortungsvolle Aufgabe. Ihr Auftrag: Kindern und Jugendlichen nicht nur Inhalte der jeweiligen Sportart vermitteln, sondern auch den Spaß an der Bewegung – und das soziale Miteinander.

Die folgenden Handlungsempfehlungen zeigen auf, was die Ehrenamtlichen den Kindern und Jugendlichen mitgeben können, damit sie zu fairen Sportler*innen werden:

  • Vorleben und vormachen
    Trainer*innen und Betreuer*innen müssen die Eckpunkte, die faire und korrekte Sportler*innen ausmachen, in der Praxis zeigen. Dazu gehört neben Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit auch die Erfahrung, Teil einer Gruppe zu sein. Denn Fußball ist ein Mannschaftssport und die Fußballmannschaft gewissermaßen auch eine Solidargemeinschaft. Gemeinsame Aktionen wie Fahrten mit den Kindern und ihren Eltern oder gemeinsam zu kochen und zusammen zu essen fördern den Zusammenhalt und können diese Gemeinschaft auch außerhalb des Fußball-Platzes für die Kinder erfahrbar machen.
  • Konfliktsituationen die Kinder selbst klären lassen
    Kicken –ob im Verein oder „im Park“- ist wichtiger als der Besuch im Stadion. Denn hier steht das Spiel im Vordergrund. Außerdem sind die Kinder gefragt, die Regeln für sich selbst anzuwenden. Dienlich ist es, dass die Kinder lernen, strittige Situationen untereinander zu klären. Eine wichtige und stärkende Erfahrung für die Kinder!
  • Abstand nehmen vom Leistungsgedanken
    Wichtig ist es, dass sich alle Beteiligten vor Augen führen, dass Kinder- und Jugend-Fußball kein Ergebnis-Fußball ist. Das bedeutet auch für die Eltern, ihren persönlichen Ehrgeiz gegebenenfalls hintenan zu stellen. Denn wird ihren Kindern zu Beginn zu viel abverlangt, so verlieren sie schnell den Spaß am Spiel. Spielen sie hingegen zum Spaß und lernen dabei, dass man beim Fußball auch mal verliert, dann sind sie in der Regel entspannter.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es bei dem Niveau, auf dem die meisten Kinder in Deutschland spielen, nicht um die Zukunft, sondern um Freizeit geht und gehen sollte. Denn letztlich zählt der Spaß der Kinder am Spiel und nicht der Tabellenplatz. Und selbst für die talentierten Kinder gilt, dass man gar nicht so viel Einfluss nehmen muss. Auch sie brauchen vor allem eins: sie müssen Fußball spielen. 

(Quelle: "Engagement macht stark!"/ Autoren: Roland Stipp ist freiberuflicher Sportjournalist, ehemaliger aktiver Spieler, Jugendtrainer und zurzeit Trainer der 1. Herrenmannschaft des Kreisoberligisten Concordia Eschersheim aus Frankfurt am Main und Andreas Hunzinger ist Redakteur im Berliner Büro des kicker. In Frankfurt am Main –beim Stadtteil-Verein PSV Blau-Gelb – war er von 1977 bis 1997 als aktiver Fußballer, Jugendtrainer sowie als Trainer im Herrenbereich aktiv.)


  • Ehrenamtliche können Kindern und Jugendlichen einiges mitgeben,damit sie zu fairen Sportler*innen werden. Foto: Pixabay
    Trainer wird auf dem Platz von von Fußballkindern umringt. Foto: pixabayauf

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