Zur Situation der Sportvereine in Deutschland (Teil 4)

Diese achtteilige Serie informiert über das Wichtigste aus dem Sportentwicklungsbericht "Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland".

 

Vor rund einen halbem Jahr ist der Sportentwicklungsbericht in Buchform erschienen. In den kommenden Wochen werden wichtige Inhalte des knapp 700 Seiten umfassenden Werkes aus der „roten“ Reihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft vorgestellt.  

In Sportvereinen fließen verschiedene Geldströme. Die finanzielle Grundlage eines Sportvereins als sog. Nonprofit-Organisation bilden jedoch in aller Regel die Mitgliedsbeiträge als kontinuierliche Einnahmequelle, ganz abgesehen von Spenden und weiteren Einnahmen beispielsweise aus Sportveranstaltungen und Werbeverträgen. 

Ein zentrales Ergebnis im Themenfeld „Sportvereine und Finanzen“ sind die durchschnittlichen Mitgliedschaftsbeiträge. Für Kinder liegen sie im Bundesdurchschnitt monatlich bei 6,24 Euro, für Jugendliche bei 8,38 Euro und für Erwachsene bei 15,56 Euro. Diese Beitragssätze werden von den Verfassern als „sehr moderat“ eingestuft, zumal sie fast alle Vereinstypen umspannen bis auf die sog. Wenigspartenvereine, wo es zu weitaus höheren Mitgliedschaftsbeiträgen kommt, die sogar bis auf das 9,57-fache der durchschnittlichen Werte wachsen können. Verbreitet, weil beleibt sind Beitragsdifferenzierungen, die das Alter betreffen, zwischen einer aktiven und passiven Mitgliedschaft unterscheiden und Familien bzw. einzelne Sparten in den Vereinen gesondert betreffen.  

Mit den vielerorts verlangten Aufnahmegebühren verhält es sich nach der Befragung der Funktionsträger aus 3.731 Sportvereinen so: Im Mittel nehmen 21,8% der Sportvereine eine solche für Kinder, 25,7% für Jugendliche und 33,3% für Erwachsne, wobei es innerhalb der verschiedenen Vereinstypen zu einer großen Spannbreite der Beträge kommt, die beispielsweise bei Erwachsenen zwischen 33,55 Euro (niedrigste Aufnahmegebühr in Großvereinen mit mittlerem Mitgliedsbeitrag) und mit 539,77 Euro (in Wenigspartenvereinen mit hohem Mitgliedsbeitrag) liegen. 

Stellt man den Einnahmen die Ausgaben der Sportvereine gegenüber, die sie pro Mitglied aufwenden (müssen), dann bewegen sich diese Summen wiederum je nach Typ des Sportvereins zwischen 112,45 Euro und 362,88 Euro im Jahr. Was sind die typischen Ausgaben in Sportvereinen? Die Verfasser der Studie präsentieren dazu eine Übersicht, aus der hervorgeht, dass prozentual das Verwaltungspersonal (17,2%) den höchsten Anteil an den Gesamtausgaben eines Sportvereins beansprucht, dicht gefolgt von Kosten für Trainer, Übungsleiter und Sportlehrer (14%) sowie Zuwendungen an Sportler (12,6%). Ausgaben bei außersportlichen Veranstaltungen (3%), Kapitaldienste (1,9%) und Rückstellungen (1,9%) liegen am unteren Rand der 18-teiligen Aufstellung, abgesehen von den sonstigen nicht näher spezifizierbaren Ausgaben (7%). 

Christoph Breuer (Hrsg.): Sportentwicklungsbericht 2005/2006. Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland. (Köln: Sportverlag Strauß 2007. Wissenschaftliche Berichte und Materialien des Bundesinstituts für Sportwissenschaft 2007/02. 694 S.; 46 Euro)



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